Wolmirstedt ( gbi ). Seit sechzig Jahren sind Gertrud ( 80 ) und Hermann ( 82 ) Kutza ein Ehepaar, gestern feierten sie ihre Diamantene Hochzeit. Grund genug, einen Tag vor dem Heiligen Abend ein großes Familienfest zu feiern. " Es ist unsere schönste Bescherung, wenn alle Kinder, Enkel und Urenkel beisammen sind ", sagt Hermann Kutza.

Einst kamen beide als Flüchtlinge nach Wolmirstedt. " Aus der kalten Heimat, aus Schlesien ", sagt Hermann Kutza. " Wir sind uns eines Tages in der Friedensstraße begegnet ", erzählt das Paar. Von da an haben sie sich nicht mehr aus den Augen verloren, haben sich durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Aber warum heiratet ein Paar einen Tag vor Heilig Abend ? " Damals gab es wenig zu essen und kaum Blumen – so waren die Hochzeit und Weihnachten ein Abwasch ", schmunzelt Hermann Kutza und man weiß nicht genau, wie ernst er das meint. Er erinnert sich aber noch genau an das Alpenveilchen, dass er zur Hochzeit für seine Braut erstand. " Das war etwas ganz Besonderes. "

Beide haben fünf Kinder bekommen, zählen inzwischen zehn Enkel und fünf Urenkel zur Familie. Hermann Kutza arbeitete viele Jahre im Hafen, Gertrud Kutza im Textillager der HO. Und in der Freizeit war für beide die Bewegung an frischer Luft Lebenselixier.

" Uns hat der Garten jung gehalten ", sagt Hermann Kutza. Erst vor wenigen Monaten haben sie ihn abgegeben, nach 63 Jahren. In diesem Zusammenhang erfährt sogar der Sohn etwas Neues von seinem Vater. " Ich gehörte damals zu den Gründungsmitgliedern der Kleingartensparte 1947 e. V. ", erzählt der Jubilar und erinnert sich außerdem, das der Garten lange Zeit die ganze Familie versorgte.