Dass die Besucherstühle bei der letzten Stadtratssitzung des Jahres kaum ausreichten – dafür hatte der SV Stern Elbeu gesorgt. Verantwortliche des Fußballvereins hatten ihre Nachwuchsspieler mitgebracht. Mit dem geschlossenen Auftreten wollten sie die Abgeordneten auf die desaströse Situation ihres Platzes und die dadurch entstehenden Existenzsorgen des Vereines hinweisen. Und um Hilfe bitten.

Elbeu. Ortsbürgermeister Rüdiger Strümpf musste die Stadträte auf der vergangenen Sitzung gar nicht auf das Problem in seinem Ortsteil hinweisen. Dafür sorgten schon die Besucher, nämlich einige der Nachwuchskicker vom SV Stern Elbeu, deren Trainer und Verantwortliche des Vereins.

Michel Heise ergriff in der Einwohnerfragestunde das Wort – und bat die Räte eindringlich um Hilfe. Denn die Situation in Elbeu ist " kaum noch zu ertragen " ( Volksstimme berichtete ). Dabei sei das fast ständig überfl utete und dadurch seit etwa drei Jahren kaum noch zu bespielende Grün die Ursache des Leidens, erklärte der Sponsorenverantwortliche von Stern Elbeu.

Nicht nur, dass die Aktiven sportliche Rückschläge hinnehmen müssten, weil der Trainingsbetrieb nur reduziert und Pokal- oder Ligaspiele nicht mehr möglich seien. " Auch die soziale Verantwortung des Vereins gegenüber der Jugend – immerhin gut 80 Kinder in den Nachwuchsmannschaften – leidet ", so Heise vor der Ratsrunde. Er hatte einen neun Punkte umfassenden Problemkatalog mitgebracht, den er im Anschluss an seine kurze Rede auch in die Hände der Stadtverantwortlichen überreichte.

Was die gut 140 Fußballer unbedingt vermeiden wollen, ist, dass die problematische Situation ihres Rasens, der immer wieder durch steigendes Grundwasser überfl utet wird, dazu führt, dass die Stadt im Rahmen des Konsolidierungspaketes diese Sportstätte schließt. " Darunter würde auch das ganze Dorf leiden ", so Ortsbürgermeister Rüdiger Strümpf ( CDU ). Hat doch das Vereinsheim fast den Charakter eines Dorfgemeinschaftshauses, ist Ort für Line-Dance-Kurse oder Treffpunkt der Senioren.

Sportlerheim ist für das ganze Dorf wichtig

" Würde man das Küchenhorn ausbauen, könnten Kali und Elbeu sicher dort spielen ", so Strümpf. Ist das Stadion doch immer wieder auch Ausweichstandort, wenn die Elbeuer nicht auf den eigenen Platz können. " Allerdings wird es von den Zuschauern schlechter angenommen. Und wenn der Sportverein nicht mehr in Elbeu ist, bräuchten wir auch das Sportlerheim nicht mehr ", nennt er die für die Bewohner der Ortschaft traurige Konsequenz, die er mit aller Kraft verhindern will.

Nachdem sich die Räte den Appell angehört hatten, bauten sie " eine goldene Brücke ", wie Bürgermeister Zander ein Kompromissangebot an den Verein betitelte. Das Problem sei bekannt, auch hätte es schon Beratungsgespräche gegeben. Was es braucht, sei ein fundiertes Gutachten zum Ist-Zustand der Sportanlage um zu ermessen, wieviel dort wirklich zu tun ist. Bis eine endgültige Lösung gefunden wird, könne der Club nur das Angebot der Stadt mit den Ausweichplätzen nutzen, um den Spielbetrieb zu sichern.

Wie Michel Heise erklärte, wüsste der Verein schon jemanden, den man für die Erstellung eines solchen Gutachten heranziehen könne. Stadtratsvorsitzender Gerald Zimmermann ( CDU ) empfahl, dass sich auch der Kultur- und Rechts- sowie der Bauausschuss einmal für einen Vor-Ort-Termin mit den Kickern am Sportplatz treffen könnten, um über das weitere Vorgehen zu beraten.