Groß Santersleben. Mit der Fertigstellung des neuen Daches an der Scheune des Hopfenhaus-Komplexes wird es mindestens bis zum Frühjahr dauern. Ein Teil des neuen Gebälks steht bereits auf den Außenmauern, doch der Winter hat ein Fortschreiten der Arbeiten verhindert.

Eigentlich sollte das Dach bereits im Herbst fertig eingedeckt sein. Die Finanzierung war nach langem Hin und Her bereits im Sommer gesichert. Doch dann verunglückte der stellvertretende Bauamtsleiter, fiel Monate lang aus, die Ortschaft machte im Herbst Druck auf die Verwaltung, das Bauamt verwies auf eine noch nötige ausstehende Baugenehmigung und plötzlich war es Winter.

Vorsorglich hatte das Bauamt eine Verlängerung der Förderfristen bis zum März nächsten Jahres beantragt. Dies war auch bewilligt worden, sonst hätte eine Rückzahlung der Fördergelder gedroht.

Nun quält sich das Projekt über den Winter, ursprünglich sollte bereits in der ersten Jahreshälfte 2010 alles erledigt sein. "Wir hoffen, dass die lange Geschichte des Scheunendachs doch noch ein glückliches Ende findet", erklärte Ortsbürgermeister Andy Zacke in dieser Woche.

Die Bauarbeiten hatten schon Anfang März begonnen. Die marode Dacheindeckung wurde abgerissen und entsorgt. Der Dachstuhl sollte repariert und das Dach neu eingedeckt werden. Nach dem Abbruch der Dacheindeckung musste jedoch festgestellt werden, dass eine Reparatur des Dachstuhls unmöglich und eine komplette Erneuerung unumgänglich ist. Die Kosten stiegen, denn das neue Dach musste den Auflagen des Denkmalschutzes entsprechen.

Ursprünglich sollte die Scheunensanierung knapp 70 000 Euro kosten, 44 000 Euro davon wurden aus der Dorferneuerung gefördert. Nach kontroverser Diskussion – kritisiert wurde "Schlamperei bei der Kostenschätzung" durch den Architekten – hatte der Gemeinderat Hohe Börde im Juni einer außerplanmäßigen Haushaltsausgabe von 42 000 Euro für die Mehrkosten zugestimmt. Zwischenzeitlich war auch ein erweiterter Förderantrag mit Berücksichtigung der entstandenen Mehrkosten an das Förderamt ALFF gestellt worden. Der Antrag wurde genehmigt und die Fristen für die Realisierung inzwischen auch verlängert. Das neue Scheunendach kostet nun nach vorläufigen Schätzungen 112 000 Euro.

Die Scheune ist Teil des Komplexes Hopfen-Info-Haus und soll neben den im Erdgeschoss bereits hergerichteten Lagermöglichkeiten für Technik und Baumaterial des Gemeindearbeiters Platz für das Hopfenmuseum bieten. Mittelfristig sollen in den oberen Etagen mehr Ausstellungsflächen für das Hopfenmuseum und für historische landwirtschaftliche Technik geschaffen werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Die Groß Santersleber dürften erst einmal durchatmen, wenn zumindest die Dachsanierung in trockenen Tüchern ist – bevor der nächste Winter kommt.