Die Diesterweg-Grundschule nimmt mehr und mehr Gestalt an, und ganz wichtig, sie bekommt endlich Farbe. Der Grund dafür, sie wird grundhaft saniert, und das Richtfest ist längst Geschichte. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro, wobei allein 180 00 Euro in die neue Ausstattung investiert werden.

Wolmirstedt. "Wir werden nichts unversucht lassen, die Diesterweg-Grundschule nach umfassender Sanierung, rechtzeitig nach den Winterferien im Februar 2011 wieder ihrer Bestimmung zu übergeben", so betonte Dirk Baensch, Sachgebietsleiter Hochbau, beim jüngsten Baustellenrapport.

Der Fachmann aber weiß auch, dass gerade ein Um- und Ausbau von alter Bausubstanz – der graue Plattenbau vom "Typ Erfurt" entstand 1975 – große Probleme in sich birgt. "So müssen wir in allen Räumen neuen Estrich einbringen, was so nicht angedacht war", macht Dirk Baensch auf eines der Probleme, das sich erst im Nachhinein herausstellte, aufmerksam. "Zudem müssen alle Wände neu verputzt werden, wo im Vorfeld nur Spachtelarbeit vorgesehen war." Der Sachgebietsleiter lässt auch nicht den Vorwurf gelten, dass man vielleicht blauäugig an die Aufgaben herangegangen ist. "Im Vorfeld wurden alle möglichen und denkbaren ,Proben‘ gezogen, als aber die Abrissarbeiten begannen, taten sich unvorstellbare Baumängel auf."

Dennoch baut der Fachmann fest darauf, dass die Termine gehalten werden. Denn die Arbeiten sind in vollem Gange, das Gros der 25 Lose vergeben Noch vor dem Wintereinruch soll die äußere Bauhülle dicht sein. Das heißt, dass Dach und die Fassaden fertiggestellt sind, damit die Innenarbeiten zügig vorangetrieben werden können.

Auf der Baustelle in der Triftstraße ist man auf einem guten Weg. Denn selbst die Fassaden nehmen bereits Farbe an. "Aber eben nicht nur sie, worauf Dirk Baensch besonders aufmerksam macht: "Das gesamte äußere Bild der Schule ändert sich mit dem Umbau, erhält sie zudem eine mit Wärmedämmverbundsystem verbaute Glas- und Vorhangfassade.

Insgesamt 2000 Quadratmeter Fassade sind neu zu gestalten. Worauf der Sachgebietsleiter vor Ort noch aufmerksam macht: Die Außenanlagen sind zum Teil fertig, dürfen sich die Schüler schon jetzt auf die neuen Sportanlagen freuen. So entstand bereits eine kombinierte Weitsprung- und Laufanlage, sowie ein Kleinsportfeld.

Am Montag nun beginnen die umfangreichen Erdarbeiten im Eingangsbereich. Nicht die einzige Aufgabe, die mit Wochebeginn in Angriff genommen wird. Wobei sich jetzt die Stadtwerke mit einbringen. Denn das Heizhaus auf dem Schulgelände ist eine Immobile, die ihnen gehört. "Es ist ein ebenso tristes Gebäude, wie es die alte Schule war", weiß der Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Luther, "aber seit über einem Jahr haben wir für solche Fälle eine sehr kunstvolle Lösung gefunden."

Das heißt, zwei junge Magdeburger, unter dem Namen "Tiefsilo" längst in Wolmirstedt ein Begriff und auch außerhalb der Graffitiszene bestens bekannt, werden ab Montag erneut ans Werk gehen. Im Auftrag der Stadtwerke werden die Künstler am Heizhaus eine Traumwelt an das Haus sprühen. "Ein Stück heiler Regenwald", erläutert der Chef der Stadtwerke. Neben Palmen und Wasserfällen werden dann verschiedene Tiere an ehemals tristen Wänden zu bestaunen sein. Mit dem Auftragswerk wollen die Stadtwerke den Schülern ein farbenfrohes Geschenk machen, aber auch ein deutliches Zeichen gegen illegale Graffitischmierereien setzen. Für "Tiefsilo" ist das Heizhaus der dritte große Auftrag in der Stadt. Doch auch für die Wolmirstedter Wohnungsbaugenossenschaft und das Bildungs- und Freizeitzentrum haben die beiden jungen Künstler in der Vergangenheit Großartiges geleistet. Vielleicht auch ein kleines Stück für die Ewigkeit, denn durch eine spezielle Oberflächenversiegelung sind die sehenswerten Kunstwerke selbst gegen Schmierereien durch illegale Sprayer geschützt.

Bilder