Barleben. Es lag sicherlich auch an den kalten Temperaturen. Denn es gab diesmal nicht ein Paar, sondern zwei Paar gestrickte Söckchen in den Farben blau und gelb. Als Draufgabe gab es wie stets je nach Geschlecht ein Sabberlätzchen mit dem Wappen der Heimatgemeinde. Am gestrigen Donnerstag aber wurden nur blaue benötigt. Das aber war es noch nicht an sogenannten Begrüßungsgeschenken: Seit Jahren packen nämlich auch Gewerbetreibende zur Freunde des Ortsbürgermeister, aber vor allem der Eltern, noch Präsente oben drauf. Der Apotheker zum Beispiel ein Pflegeset für den Neuankömmling, aber auch für die junge Mutti. Aber vor allem wechselten gestern wieder violette 500-Euro-Scheine im Rathaus am Breiteweg die Besitzer. Die 50er Marke bei den Geburten war bereits überschritten. Gestern folgten die drei letzten Auszahlungen – die 51., 52. und 53 – in diesem Jahr. Da heißt, 2010 erblickten (bisher) 29 Jungen und 24 Mädchen das Licht der Welt. Und noch ist das Jahr nicht zu Ende.

Damit zeigte sich die Ortschaft Barleben einmal mehr ausgesprochen kinderfreundlich. Die Gemeinde – einbezogen sind auch Meitzendorf und Ebendorf – unterstützt mit großzügigen finanziellen Zuwendungen seit 2004 die Familien neuangekommener Erdenbürger. "Um ihnen für die neue Lebenssituation eine erste Starthilfe zu geben", wie Ortsbürgermeister Horst Blume betonte. "Und wir tun es gern, denn jeder Ort steht oder fällt mit seinem Nachwuchs."

Gestern kamen Dian Jordan, er erblickte am 19. Oktober das Licht der Welt, Moritz Vogel, der am 4., und Bennet Felix Peyer, der am 30. November geboren wurde, mit ihren Eltern ins Rathaus. "Das taten wir auch sehr gern", wie Mutti Doreen Vogel verriet. "Zudem sind wir echte Barleber, wissen also, was wir hier haben", ergänzte ein stolzer Papa Andreas Vogel. Das sah Ariane Jordan nicht anders: Vor einem Jahr sind wir nach Barleben gekommen und fühlen uns pudelwohl." Dem konnte der Vater von Dian, René Habner, nur zustimmen: "Hier passt einfach das Gesamtpaket. Barleben ist ein weltoffener Ort. Da wir hier auch gebaut haben, sind die 500 Euro nicht die erste finanzielle Anschubhilfe." Mutti Aileen Peyer folgte 1999 ihren Eltern nach Barleben, "und unser Bennet Felix ist nun der erste echte Barleber." Ortsbürgermeister Horst Blume meinte abschließend, dass er zumindest bis zur Beendigung der Schulzeit Barleben nicht verlassen muss. "Für den Nachwuchs haben wir über die Jahre beste Bedingungen geschaffen." Gestern waren drei glückliche Elternpaare im Rathaus, die dem absolut zustimmten.