Eine Königin wird gesucht, die Flämingkönigin 2011. Bewerben können sich ab sofort Frauen ab 18 Jahre. Aber was hat eine Flämingkönigin eigentlich zu tun? Wie anstrengend ist diese Aufgabe? Die amtierende Hoheit Ines Gärtner gibt Auskunft.

Zerbst/Magdeburgerforth. Eines weiß Ines Gärtner schon heute: Am 8. Mai 2011 wird sie sehr traurig sein. "Dann muss ich meine Krone ablegen und von meinem Amt zurücktreten", sagt die sympathische Frau. "Eine neue Flämingkönigin übernimmt dann die Geschäfte."

Ihre Gedanken gehen einen Moment zurück: "Als ich in diesem Jahr am 2. Mai in Zerbst gekrönt wurde, war das ein sehr bewegender Moment. Aber da konnte ich meine Tränen noch zurückhalten. Beim Abschied von diesem Amt kann ich das bestimmt nicht", ist sie sich sicher. "Dafür war und ist diese Zeit viel zu schön, viel zu intensiv."

Ich werde das Jahr meiner Amtszeit niemals im Leben vergessen

Am 20. Februar 2010 wurde Ines Gärtner – wie alle Bewerberinnen – durch eine Jury geprüft und schließlich gewählt. "Es gibt einen mündlichen und einen schriftlichen Teil", erläutert die zweifache Mutter. "Um die Prüfung zu bestehen, sollten die Bewerberinnen viel über das Reisegebiet Fläming wissen, seine Traditionen und seine Geschichte kennen und in der Kultur Bescheid wissen", gibt sie einige Tipps. "Auch über die Küche in unserer Region sollten die Bewerberinnen belesen sein, denn die Königin wird ja oft zu Messen eingeladen, repräsentiert unsere Region, da sollte man Auskunft geben."

Überhaupt ist jede Flämingkönigin viel unterwegs – nicht nur zu Messen. "In meiner Amtszeit feiere ich gerade Bergfest und hatte bisher rund 40 Termine. Vor allem im September und Oktober, wenn viele Erntefeste sind, hatte ich an manchem Tag drei bis vier Termine. Das ist anstrengend", zieht sie eine erste Bilanz. Aber sie sagt auch: "Ich möchte keinen einzigen Termin davon missen. Alle waren wunderbar. Ich habe viele Menschen getroffen, eine Menge gesehen und erlebt. Dafür bin ich dankbar und freue mich auf die kommenden Monate."

Es klingt ein wenig Stolz in ihrer Stimme mit, weil sie alle diese Auftritte gemeistert hat. "Ich wollte schon immer Flämingkönigin werden, weil ich in dieser Region aufgewachsen bin, hier lebe und meine Heimat liebe. Das auch anderen zeigen zu können, das Reiseland Fläming repräsentieren zu dürfen, das ist für mich eine große Ehre." Das sieht ihr Partner auch so: "Ohne ihn würde ich es nicht schaffen", sagt Ines Gärtner. "Die Königin braucht einen Partner, der sie unterstützt, hier und da mitkommt und nicht allein zu Hause bleibt, wenn sie unterwegs ist. Ich habe Glück."

Als Glück empfindet sie es auch, die Tracht der Flämingkönigin tragen zu dürfen. "Jede bekommt ihre eigene maßgeschneiderte Tracht. Für jede Königin fertigt Silvia Nöbel aus Leitzkau eine eigene wunderschöne Krone und ihr eigenes Schultertuch – und das in Handarbeit." Die gesamte Tracht und Krone darf die jeweilige Königin auch nach ihrer Amtszeit behalten.

Als Erinnerung? "Nein, ich werde sie noch Jahre stolz tragen. Erinnerungsstücke an meine Amtzeit brauche ich nicht. Ich werde das Jahr niemals in meinem Leben vergessen. Es war und ist abwechslungsreich, spannend, fantas- tisch. Ich kann jeder jungen Frau wirklich nur empfehlen, sich zu bewerben. Flämingkönigin zu sein – das ist einmalig, das kann man nur einmal im Leben sein."