Zerbst l Hinter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst liegt ein arbeitsreiches Wochenende. "Unser Heimatfestauftakt begann mit der Rettung eines Jungstorches von einem Dach in der Bahnhofstraße", erzählt Wehrleiter Steffen Schneider. In einem Schneefangzaun auf einem Dach hatte sich der Jungstorch verkeilt. "Wir konnten ihn befreien und haben ihn dann der Tierrettung übergeben. Mittlerweile müsste er wohlbehalten im Strochenhof Loburg angekommen sein."

Dies konnte gestern Morgen Michael Kaatz bestätigen. "Dem Tier geht es gut. Er läuft und fliegt schon wieder ganz wunderbar." Und er hat eine neue Familie gefunden. Vater Christoph Kaatz hatte am Wochenende beim Füttern des etwa neun Wochen alten Tieres die Gittertür nicht richtig verschlossen. Der kleine Kerl büxte aus und "hat sich bei den Jungtieren unseres Albert von Lotto eingemogelt", berichtet Michael Kaatz, Geschäftsführer der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg. Statt drei Jungtieren hat dieser nun also vier.

Trotz des erhöhten Stresses am Freitag habe sich das Jungtier schnell wieder erholt. "Er ist vorsichtig und hält Distanz zu Menschen. Aber das ist gut so", betont Kaatz. Seiner Einschätzung nach hat der Jungvogel das unfreiwillige Abenteuer gut verkraftet.

Während sich der kleine Storch erholen konnte, folgte der Storchenrettung schon der nächste Alarm der Zerbster Kameraden. "Wegen starker Rauchentwicklung wurden wir zu einem Feldbrand Richtung Magdeburger Straße gerufen", erzählt Schneider. Auf dem Weg dorthin kam den Zerbstern die Feuerwehr-Delegation aus Jever entgegen, die der Heimatfest-Eröffnung beiwohnte. "Doch das musste erstmal warten", erzählt Steffen Schneider. Die Rauchentwicklung entpuppte sich als Feldbrand bei Buhlendorf, zu dem mehrere Wehren aus der Einheitsgemeinde alarmiert worden waren. Über Feldwege suchten sich die Zerbster Kameraden ihren Weg dorthin, wurden vor Ort aber nicht mehr benötigt. Damit konnte auch für die Zerbster Kameraden das Heimat- und Schützenfest mit den Jeveranern beginnen.

"Der Regen der vergangenen Tagen hilft uns jedoch, dass sich die Situation möglicher Feldbrände vorerst entspannt", so Schneider. Galt am Freitag noch die höchste Waldbrandwarnstufe 4, gilt seit gestern Stufe 1 nördlich der Elbe.

Sonntagmorgen führte der Brand einer Restmülltonne gegen 5 Uhr erneut zur Alarmierung der Wehr. "Der Brand konnte schnell gelöscht werden", so Schneider.

Der letzte Einsatz forderte die Männer und Frauen gestern Früh. Gegen 7 Uhr rückten neben den Zerbster Kameraden auch die Güterglücker und Steutzer Wehren aus. Grund war eine automatisch ausgelöste Brandmeldeanlage. "Es entpuppte sich einmal mehr als technische Störung", so Schneider. Ein Problem, mit dem die Kameraden häufiger konfrontiert werden.