Im Gymnasium Francisceum haben am Freitagabend Schüler, Lehrer und die Besucher des ökumenischen Jugendgottesdienstes einen besonderen Gast begrüßt. Im Flur des Schulgebäudes wurde eine Lutherfigur enthüllt. Anschließend wurde der Gottesdienst anlässlich des Reformationstages abgehalten.

Zerbst. Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatte die Band der Jesusgemeinde Wittenberg "Everyone" die Gäste mit einigen Liedern auf den Abend eingestimmt. Im Anschluss daran drängten sich Schüler, Eltern und Lehrer im Flur des Gymnasiums Francisceum, um eine bedeutende Persönlichkeit zu begrüßen.

Die etwa ein Meter große Lutherfigur hatte Dr. Andreas Köhler gestiftet. Den Sockel dazu schenkte Steinmetz Christian Keck der Schule. Ein wichtiger Grund für die Organisatoren, den ökumenischen Jugendgottesdienst unter das Motto "G-schenkt" zu stellen. Enthüllt wurde die Figur, nachdem unter anderem Schulleiter Hans-Henning Messer und Schulsprecher Rob de Vries Grußworte an die Gäste gerichtet hatten.

"Martin Luther ist eigentlich dafür verantwortlich, dass wir heute hier stehen", sagte Hans-Henning Messer, "denn er hatte damals dazu aufgerufen, evangelische Schulen zu gründen." Dass die Lutherfigur einen Platz im Flur gefunden hat, liegt auch nahe: So könne er den Schülern, die hier täglich entlang gehen, immer über die Schultern schauen.

Bevor der eigentliche Gottesdienst in der Aula des Schulgebäudes begann, nutzten Rebekka Gabler, Friederike Koch und Christoph Caesar, um die Gäste an das Wirken Luthers zu erinnern, und um einige Zitate von ihm vorzutragen. Sicher eine gute Möglichkeit, auf diesem Weg auch die Arbeit der Lehrer zu würdigen. Denn in einem Zitat Martin Luthers heißt es über den Beruf des Lehrers: "Es gefällt mir kein Stand so gut, ich wollte auch keinen lieber annehmen, als ein Schulmeister zu sein."

Das Programm des Jugendgottesdienstes im Anschluss an die Enthüllung der Lutherfigur präsentierte sich als kurzweilige Mischung aus Musik, Vorträgen und Gebeten. Das Motto "G-schenkt" stand dabei stets im Mittelpunkt. Einige Schüler spielten ein Gleichnis aus dem Evangelium nach Matthäus nach. Darin geht es um einen Herren und seine drei Diener – dem Tüchtigsten vertraut er großen Aufgaben an. Die Katholische Jugendgruppe trug dazu verschiedene Auslegungen vor.

Dabei wurde auch Bezug auf die heutige Zeit genommen, wie beispielsweise Menschen, die in Shows wie "Supertalent" auftreten, mit ihren Talenten umgehen. Die Katholische Jugendgruppe mahnte jedoch an, Talente nicht nur für sich selbst zu nutzen, sondern auch, um anderen damit zu helfen.

Die Gruppe "Everyone" aus Wittenberg sorgte beim Gottesdienst für gute Stimmung. Lieder mit kirchlichen Texten präsentierten die sieben Musiker stimmgewaltig, mal etwas ruhiger und mal ein bisschen flotter. Bei Lieder wie "Dein Name" oder "So groß ist der Herr" waren auch die Gäste zum Mitsingen aufgefordert. Mit besinnlichen Klängen stimmte Manuel Ortega Campa, Austauschschüler aus Mexiko, an der Gitarre auf die Fürbitte und das darauffolgende Vater Unser ein.

Bell Schrader, die durch das Programm des Jugendgottesdienstes geführt hatte, bedankte sich zum Abschied "bei Pfarrer Neuhaus, Frau Meyer von der Trinitatisgemeinde und bei der Band ¿Everyone‘, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen haben".

Religionslehrerin Heike Richert bedankte sich bei den Jugendlichen, "die sich mit so viel Elan engagiert haben" und erntete dafür von den Gästen viel Applaus.

 

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