Der Halloween-Express aus Magdeburg erreichte am Sonnabendabend Loburg. Fahrgäste und Schaulustige erlebten ein gruseliges Showprogramm auf dem Bahnsteig.

Loburg. Wenn es sonst auf dem Loburger Bahnhof nur Menschenansammlungen zu den Sonderfahrten der Dampfzug-Betriebs-Gemeinschaft mit dem historischen Zug nach Altengrabow gibt, lockte ein Motto-Zug der Elbe-Saale-Bahn am Sonnabendabend zahlreiche Neugierige zu vorgerückter Stunde auf den Bahnsteig. Mit Spannung wurde der Halloween-Express erwartet.

Auf dem Bahnhofsgelände hatten sich derweil die Mitglieder des Loburger Karnevalklub LoCC vorbereitet. Sie waren gefragt worden, ob sie ein Showprogramm während des Aufenthaltes des Zuges in Loburg bieten könnten. Nichts leichter als das für die blau-weißen Narren. Passend zu Halloween hatten sie aus zurückliegenden Karnevalssessionen noch Tänze und Kostüme in petto.

In Magdeburg war der Zug um 20.20 Uhr abgefahren. Etwa 80 Passagiere schätzte der Zugbegleiter. Einige Fahrgäste nutzten den Zug ganz normal, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen, ließen sich von dem Halloweenspektakel kaum beeindrucken.

Die Leute für die Motto-Party auf Schienen hatten sich dagegen entsprechend schaurig gekleidet. Und auch der Zug selbst war zum Thema dekoriert. Zum Feiern war eine kleine Bar eingerichtet und genug Bewegungsfreiheit geschaffen. Ein DJ und ein Geschichtenerzähler sorgten für Abwechslung an Bord. Die Leute waren gut drauf, bestätigte der Zugbegleiter. Ausfälle gab es trotz Blutbowle zum Glück nicht.

Siehe da, kurz nach 21 Uhr erschienen die Lichter der Bahn aus der Dunkelheit, und nach Stillstand des Zuges öffneten sich die Türen, um die gespenstischen Fahrgäste "auszuspucken". Die mischten sich unters Loburger Volk.

Doch zunächst musste der Geschichtenerzähler überbrücken, bevor die Technik für den Auftritt der Karnevalisten einsatzfähig war. Dann tauchten die ersten Skelette auf. Das Männerballet tanzte seinen Tanz aus der letzten Saison im Schein der Feuerschale.

Auch die Kindertanzgruppe durfte sich am Vorabend zu Halloween präsentieren. Und die Frauen hatten ihren jüngsten Auftritt aufgefrischt und taten, als ob das Kopfstein-pflaster hinter dem Bahnhofsgebäude das Parkett ihres Tanzsaales wäre.

Noch einmal waren die Kinder an der Reihe, noch einmal die Herren und schon war die Aufenthaltszeit des Zuges vorüber. Der Moderator der zuständigen Eventagentur mahnte zur Abfahrt. Einsteigen, Türen schließen und der Halloween-Express fuhr in die Dunkelheit davon. Zurück blieben die Loburger, die sich nach und nach wieder auf den Nachhauseweg machten und den Bahnhof wieder in seiner Einsamkeit zurückließen.

   

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