Zerbster Polizei- und Ordnungskräfte kontrollierten gestern Vormittag auf dem Zerbster Marktplatz die Geschwindigkeiten und die Parkordnung. Manch Kraftfahrer war erst reichlich verdutzt, dann aber froh, lediglich polizeilich ermahnt weiterfahren zu dürfen. Auf dem Markt gilt Schritttempo.

Zerbst. "Heute gibt es kein Verwarngeld. Aber künftig schon." Elard Schmidt, Leiter des Revierkommissariates Zerbst, war gestern bei der Premieren-Kontrolle auf dem Zerbster Marktplatz selbst anwesend. Muss man tatsächlich in einem verkehrsberuhigten Bereich wie dem Marktplatz mit Blitzern anrücken? "Man braucht gar nicht lange warten, und schon hat man Beispiele, wie hier viel zu schnell gefahren wird. Schrittgeschwindigkeit bedeutet höchstens sieben Kilometer pro Stunde. Wir halten die Kraftfahrer an, wenn sie über 20 fahren."

Bloße Präsenz von Haltekelle und Uniform soll den Zerbstern die neuen Sitten auf dem Markt näherbringen. "Da werden wir wohl durch müssen. Es ist erschreckend, zu erfahren, wie wenige Kraftfahrer mit dem Begriff des verkehrsberuhigten Bereiches etwas anfangen können", schüttelt Schmidt den Kopf. Immerhin: Die Polizei hat Signalwirkung, die von den Ordnungsamtsmitarbeitern der Stadt offenbar nicht ausgeht. Denn sonst könnten deren Knöllchen-Blöcke in der Tasche bleiben. Tatsächlich aber kann ständig der Stift gezückt werden, denn geparkt wird kreuz und quer. "Das Parken auf dem Markt hat sich grundsätzlich verändert. Wir haben gekennzeichnete Bereiche quer zur Fahrbahn. Doch diese Bereiche werden offenbar nicht hinreichend wahrgenommen. Daher haben wir vorerst mobile Parkordnungsschilder aufgestellt. Die sind nun nicht mehr zu übersehen", so Ordnungsdezernent Andreas Fischer, der gestern Vormittag ebenfalls "Markttag" hatte.

Dabei ist die eigentlich sonnenklare Angelegenheit doch etwas komplizierter: Verkehrsberuhigte Bereiche sollten nämlich keine weiteren Verkehrszeichen haben. "Das erfüllen wir nun schon mal nicht mehr." Es wird noch dicker kommen. Denn die mittlerweile auf dem Markt beheimateten "Dauer-Parker" – Fahrzeuge der Markt-Anlieger und Behördenbediensteten – sollen hier eher nicht stehen. "Wir wollen Kurzzeitparken einrichten. Eine Stunde, nacchzuweisen mittels Parkscheibe. Dann bleiben die Parkflächen frei für die Gäste des Marktes, die Kunden der Geschäfte und der Markthändler", argumentiert Fischer. Einzig insgesamt sechs längs zur Fahrbahn angeordnete Stellflächen im oberen Markt-Bereich sollen auch über einen längeren Zeitraum beparkt werden dürfen. "Wir wollen niemanden verbannen, aber eine gewisse Ordnung möchte sich einstellen. Es darf nicht sein, das die Parkplätze von Dauerparkern besetzt werden und deshalb der Besucher, der zum Wochenmarkt kommt und sein Auto abstellen möchte, eine zweite Parkreihe aufmacht und dann von unserem Ordnungsamt ein Knöllchen erhält."

Das künftige einstündige Kurzzeitparkgebot soll als "weiche Regelung" verstanden werden. Zwar werden so weitere Schilder nötig, um die Regeln zu beschreiben, doch soll es keine Parkgebührenerhebung geben. Wann die neue Regelung in Kraft tritt, ist noch offen. "Wir brauchen dafür die Zustimmung der Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis", so Fischer. Dort wird er noch ein weiteres Zeichen beantragen lassen: Neben der Bauminsel, im Einmündungsbereich der Bäckerstraße in den Markt, sollen künftig Reisebusse halten und wenden können. "Das ist aus Sicht der Touristiker empfohlen worden", so Fischer.

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