Erneut ist bei Kerchau ein Wildtier gerissen worden. Im Ort werden erneut Vorwürfe gegen eine Familie laut, die als gefährlich eingestufte Hunde hält. Polizei und Ordnungsamt gehen davon aus, dass die Hunde es dieses Mal nicht waren. Anfang November waren die Hundehalter aufgefordert worden, Vorkehrungen zu treffen, dass die Hunde sicher gehalten werden.

Von Thomas Drechsel

Kerchau/Zerbst. In der Nacht zum Montag wurde in Kerchau ein Damwild-Kalb getötet. Die Familie Köppl – sie hält das Damwild – geht davon aus, dass die als "gefährlich" eingestuften Hunde der Familie Kohrs dem Kalb zum Verhängnis wurden. "In der Nacht haben alle Hunde im Dorf angeschlagen. Aber wir haben uns weiter nichts gedacht, und außerdem war es ja stockfinster auf der Koppel. Man hätte nichts gesehen", erzählte Enkelin Nicole Köppl gestern gegenüber der Zerbster Volksstimme. Am Montagmorgen, als die Tiere gefüttert werden sollten, fand man das zerfledderte Kalb.

Polizei und Zerbster Ordnungsamt waren schnell vor Ort. "Wir haben die Hunde von Wilhelm Kohrs in Augenschein genommen. Es weist absolut nichts darauf hin, dass die beiden Hunde den Heimat-Hof haben verlassen können oder ihn verlassen haben", erklärte Ordnungsamtsmitarbeiter Arne Haberland auf Volksstimme-Nachfrage. Anders als im Sommer, als tatsächlich diese beiden Hunde nahe der seinerzeit getöteten vier Stück Damild aufgefunden wurden, könne niemand bestätigen, dass diese Hunde das Kalb gerissen hätten. Die Einfriedung des Gehöfte sei intakt, der Halter beteuert, sie seien die gesamte Zeit ausschließlich auf dem Hof gewesen, und das Erscheinungsbild der beiden Hunde bestätigte dies.

Dennoch wurden nun in Kerchau Unterschriften gesammelt. "Wir wollen diese Hunde in unserem Ort nicht mehr. Es ist uns einfach ein zu großes Risiko", erklärte Nicole Köppl. Die Unterschriftensammlung soll dem zuständigen Ordnungsamt im Zerbster Rathaus übergeben werden.

Die beiden Hunde waren im vorigen Jahr, dann erneut im Sommer und im Herbst in Kerchau und im bereich der Zollmühle aufgefallen. Sie hatten Schafe und Damwild gerissen. Anfang November wurden die beiden Hunde als "gefährlich" eingestuft.

Wilhelm Kohrs, der Halter, hatte daraufhin eine Genehmigung zum Halten gefährlicher Hunde beantragt. Nun muss er hierzu zahlreiche Unterlagen beibringen sowie Verhaltenstests an seinen Hunden anstellen lassen. Zudem muss das Grundstück dauerhaft und stabil gesichert sein, so dass die Hunde nicht ausbüxen können.