Auf dem Kinderbauernhof in Reuden, der vom Verein Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk seit 2004 saniert wird, ist man jetzt wieder ein großes Stück weiter. Am Dienstag erhielt das Haus eine komplette Schließanlage.

Reuden. Ein wichtiger Schritt sei damit getan, findet die Vereinsvorsitzende Dr. Ljuba Schmidt. Alle Türen sind abschließbar, die Vorsitzende behält den Generalschlüssel. Zu verdanken hat sie die Schließanlage Peter Neumann. Er ist der Geschäftsführer der Neumann-Handels GmbH, Handwerks-, Industrie- und Sicherheitstechnik, aus Dessau. Peter Neumann und sein Mitarbeiter Günther Thormann waren den ganzen Tag vor Ort, um die Schließtechnik einzubauen. Der Unternehmer überreichte Dr. Ljuba Schmidt einen symbolischen Schlüssel als Erinnerung.

Dr. Ljuba Schmidt ist voll des Dankes und des Lobes für den Dessauer. Er unterstützt den Verein seit vielen Jahren. "Ich habe die ersten Türen von der Firma Garant aus Ichterhausen besorgt", erinnert er sich. Neben den Türen hat er Sanitärausstattung für den Kinderbauernhof organisiert. Als Unternehmer arbeite er mit anderen zusammen, da ergeben sich manchmal Dinge, erklärt es Neumann. Er organisiere und vermittle, und er weiß, wofür er das macht. Er verfolgt zufrieden, wie sich alles verändert auf dem Kinderbauernhof.

Ein kleines Ferienparadies soll aus dem ehemaligen Forsthaus in Reuden und dem dazugehörigen Grundstück entstehen, und da ist der Verein auf einem guten Weg. Waisenkindern aus Brjansk und auch den von dem Terroranschlag traumatisierten Kindern aus Beslan soll hier die Möglichkeit geboten werden, während ihrer Ferien, weit weg von zu Hause, ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder neue Freude am Leben zu gewinnen. Viel wurde hier schon getan und das alles ohne finanzielle Mittel. Einen Anteil haben auch junge Menschen, die in einem Waisenhaus in Brjansk aufgewachsen sind und jetzt eine Ausbildung machen. Aber auch Lehrlinge aus der Umgebung haben bei vielen anfallenden Renovierungsarbeiten geholfen. Auch für den nächsten Sommer sei schon für genug Material und Arbeiten gesorgt, so Dr. Ljuba Schmidt.

"Bei Trockenbau-, Fußboden- und Tapezierarbeiten stoßen wir aber auch an unsere Grenzen", räumt sie ein. Da sind natürlich immer wieder Handwerker gesucht, die sich hier einbringen wollen. Manchmal sind Fachfirmen notwendig. Bestimmte Bauauflagen müssen schließlich erfüllt werden. Die Vereinsvorsitzende erzählt von der Feuerschutztreppe, die als nächstes kommen soll. Dann wäre die oberste Etage zur Nutzung freigegeben. Auch eine alte Treppe auf den Dachboden kann demnächst einer klappbaren Bodentreppe weichen.

Sie selbst hätte am Anfang kaum daran geglaubt, dass aus dem Haus in der Nedlitzer Straße etwas werden könnte, so Dr. Ljuba Schmidt, die unheimlich stolz auf das Projekt ist und froh dabei über die Anerkennung und Unterstützung im Dorf.

Auch Peter Neumann hat schon weitere Angebote in petto – da wären Computer übrig, und er stelle gerne sein Fahrzeug bereit, wenn die Kinder eine Transportmöglichkeit brauchen. Für Hilfe und Unterstützung gibt es eben viele Möglichkeiten …

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