Der starke Wintereinbruch stellt derzeit vor allem die Kraftfahrer täglich vor neue Herausforderungen. Schneeverwehte Straßen machen ihnen genauso zu schaffen wie glatte Fahrbahnen, wenn einer kurzen Tauperiode wieder die frostigen Minusgrade folgen. So ist die momentane Witterung überall Gesprächsthema. Im Ortschaftsrat Nutha war das auf dessen Sitzung am Montagabend nicht anders.

Nutha. "Der Winterdienst klappt ganz gut", meinte Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe. Bevor ein Einwand seitens der anwesenden Ratsmitglieder kam, setzte sie selbst gleich eine Einschränkung hinzu: "Bis auf die Kreisstraßen". Wie sie am Montagabend im Ortschaftsrat berichtete, sind auf der Kreisstraße zwischen Nutha und Güterglück in den zurückliegenden Tagen bereits mehrere Autos im Schnee steckengeblieben. Dabei ließ Sylvia Rothe nicht unerwähnt, dass ortsansässige Landwirte die Pkw mit ihrer schweren Technik herauszogen und aus ihrer misslichen Lage befreiten.

Als positiv hingegen schätzte die Nuthaer Ortsbürgermeisterin den bisherigen Winterdienst des Zerbster Bau- und Wirtschaftshofes ein. "Was die Stadt räumt, haut meiner Meinung nach hin", erklärte sie hinsichtlich der gemeindeeigenen Straßen, für welche dieser zuständig ist. Im großflächigen Gebiet der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst sind da insgesamt 14 Fahrzeuge im Einsatz.

Schneezäune aufstellen?

Ratsmitglied Eberhard Bobbe konnte unterdessen nicht nachvollziehen, dass jeder wirklich nur strikt die Strecke freischiebt, für die er verantwortlich ist. "Können sie das Schild nicht mal runterlassen, wenn sie sowieso durch Nutha fahren?", schüttelte er den Kopf. Er fragte sich, ob es nicht möglich sei, dass sich die Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld und der städtische Bauhof in eben solchen, Routen überschneidenden Fällen einmal untereinander absprechen. Das allerdings wurde im Ortschaftsrat bezweifelt. Es ginge ja nur um das Schneeschieben, klammerte Eberhard Bobbe das Salzstreuen da völlig aus.

Birgit Herrmann sprach derweil das Problem der starken Schneeverwehungen an. Schon mehrfach in diesem immerhin noch sehr jungen Winter ist die Straße zwischen Trebnitz und Güterglück – neben vielen anderen im Zerbster Umland – fast komplett zugeweht und deshalb kaum befahrbar gewesen. "Schieben bringt da wenig", erklärte sie mit Blick auf die freie Landschaft beidseitig der Fahrbahn, über die der Wind ungebremst hinwegfegen kann.

Birgit Herrmann schlug deshalb vor, in solchen völlig ungeschützten Bereichen Schneefangzäune aufzustellen, wie sie oberhalb der Bundesstraße 184 bei Leitzkau seit Jahren jeden Winter in Gebrauch sind. "Damit wäre schon viel geholfen", meinte sie. Man könnte auch Hecken anpflanzen, bemerkte Eberhard Bobbe. Dem stimmte Birgit Herrmann zu. Aber die Zäune wären eine kurzfristige Lösung im Gegensatz zu einer Hecke, die erst wachsen muss, wie sie entgegnete.

Sand statt Salz streuen?

Zugleich erinnerte sich die Ortschaftsrätin an eine frühere Aussage von Eberhard Bobbe. Nach der Sanierung des südlichen Teils des Großen Winkels in Nutha hatte er auf der Ratssitzung Mitte August darauf hingewiesen, dass in dem neu verlegten Pflaster bereits einige Steine eingerissen seien. Wenn da noch Salz gestreut werde, platzen sie, gab er damals zu bedenken. Deshalb riet er, im nächsten Winter lieber nur Sand zu streuen. Und genau die Anregung griff der Ortschaftsrat an dem Abend nun auf und ließ die Anfrage an die Zerbster Stadtverwaltung protokollieren, ob es nicht möglich sei, im Ort den preisgünstigeren und zugleich auch umweltschonenderen Sand zum Abstumpfen der Fahrbahnen zu verwenden.