Der Wintereinbruch in diesem Jahr kam mit reichlichen Schneemassen. Die Winterdienste der städtischen Bauhöfe, aber auch die Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld hatten alle Hände voll zu tun, der weißen Pracht Herr zu werden. Allerdings steckt hinter dem Winterdienst ein ausgeklügelter Plan, der genau festschreibt, was wann und wo geräumt und gestreut wird.

Von Judith Kadow und Thomas Drechsel

Zerbst. Udo Pawelczyk, Pressesprecher des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, hat in einer Sisyphus-Arbeit die Streu- und Räumrouten der Winterfahrzeuge der Kreismeisterei aufgelistet. Demnach haben die insgesamt sieben Mitarbeiter 117 Kilometer an Kreisstraßen im Bereich Zerbst zu befahren. Dazu stehen ein Lkw, zwei Unimogs sowie ein Multicar zur Verfügung. "Je nach Wetterlage", erklärt Pawelczyk, werden die Streurouten bedient oder die Räum- und Streurouten. "Da das Räumen und Streuen länger dauert, sind dort drei Routen eingeteilt, damit der Winterdienst möglichst schnell alle Straßen bedienen kann."

In der Regel rückt der Winterdienst zwischen 3 und 4 Uhr morgens aus und arbeitet in zwei Schichten bis gegen 22 Uhr. "Im Bedarfsfall auch länger", so Pawelczyk. Je nach Wetterlage werden die Touren zweimal, bei Bedarf auch dreimal gefahren. Je nach Wetterlage wird dann die Streuroute oder die Räum- und Streuroute bedient. Dabei sind die Streurouten kürzer als die Räum- und Streurouten, da die Streufahrzeuge das Salz auf der kompletten Fahrbahn verteilen. Die Schneeschieber hingegen räumen lediglich eine Fahrbahnhälfte. Entsprechend müssen die Fahrzeuge zweimal die Straßen abfahren, um sie zu räumen. "Das braucht etwas mehr Zeit."

Der Winterdienst spielte auch während der Kreistagssitzung am Donnerstag voriger Woche eine Rolle. Andreas Wolkenhaar (CDU) erkundigte sich, weshalb keine Schneefangzäune aufgestellt sind. Hierauf antwortete Dieter Eberhardt, der Leiter der Kreisstraßenmeisterei, dies wäre seinen Mitarbeitern wegen der vorausgegangenen Witterungsbedingungen nicht möglich gewesen. "Die Felder waren völlig durchnässt und standen teilweise unter Wasser. Da konnten wir überhaupt nicht drauf. Und dann waren der Schnee und die Kälte da." Ohnehin habe die Kreisstraßenmeisterei lediglich drei Kilometer Schneefangzäune. "Viel zu wenig für 420 Kilometer Kreisstraße."

Wolkenhaar regte ferner an, dass das Leitstellenpersonal bei Unfallaufnahmen auch die näheren Befindlichkeiten erfragt. "Es sollte vermieden werden, dass Polizei und Rettungsdienst draußen sind und dann die Feuerwehr nachfordern. Das dauert viel zu lange." Amtsleiter Reinhard Thiel erklärte, eine permanente zeitgleiche Alarmierung der Feuerwehr sei in vielen Fällen unnötig.