Auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes soll eine Biogasraffinerie entstehen. Der Vorentwurf eines Bebauungsplanes soll über den Jahreswechsel öffentlich ausgelegt werden.

Zerbst. Eine Biogasanlage, die aus Pflanzen gewonnenes "grünes" Erdgas in die Gasleitung einspeist, kennt die Region Zerbst mittlerweile aus Güterglück. Ein sehr ähnliches Projekt wollen die Agrico Lindau, die Biomassehof Zerbst GmbH und die 3G Industrie Holding GmbH auf dem Flugplatz verwirklichen. Bereits 2006 hatte die Biomassehof GmbH Derartiges beantragt. Seinerzeit lehnte der Stadtrat jede Investition ab, die auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes und somit des Flugplatz-Status als "Fläche für den Luftverkehr" nach sich ziehen müsste.

2010 stimmte der Stadtrat dem Aufstellen eines Bebauungsplanes zu. Der, wie auch die Änderung des Flächennutzungsplanes, wird von den Investoren zu bezahlen sein.

Der grundsätzlichen Zustimmung folgt nun die Vorplanung. Sie soll frühzeitig der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Nachdem der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss jüngst dem Vorentwurf zustimmte, wird er nun vom 20. Dezember bis 11. Januar im Planungsamt, Puschkinpromenade 2, öffentlich ausgelegt. Gleiches gilt für den Entwurf des geänderten Flächennutzungsplanes.

Zugleich ist längst nicht alles klar. Während die Investoren beispielsweise gern die dem Flugplatzbesitzer Getec AG gehörende Trasse des einstigen Anschlussgleises zur 5,50 Meter breiten Zufahrt für die Zuckerrüben und den Mais ausbauenlassen wollen, wehrt die Bauverwaltung der Stadt, die dies tun solle, bislang ab. Der städtische Anteil, so Amtsleiter Bernd Köhler, läge mit rund 100 000 Euro jenseits jeder Finanzierbarkeit. Zudem gebe es ausreichende Zuwegungen von und nach Lindau über die L 55.