Die vom Land Sachsen-Anhalt angeregte Zusammenlegung der Trink- und Abwasserverbände wird von den Zweckverbänden in der Region Gommern offenbar unterschiedlich bewertet. Während Gommerns Bürgermeister Wolfgang Rauls (FDP) zur Fusion mahnt, sieht der Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) Menz-Wahlitz-Gübs keinen akuten Handlungsbedarf.

Gommern/Lübs/Prödel/Leitzkau/Dornburg. Nach aktuellen Vorstellungen des Innen- und Umweltministeriums sieht die Landkarte der Abwasserzweckverbände ab dem Jahr 2013 deutlich weniger Verbände als bisher vor (Volksstimme berichtete). Für Gommern sieht die Zukunft des dazu auf- gestellten Eigenbetriebes der Stadt nicht all zu gut aus. Die von der Landesregierung vorgestellte Karte deutet an, dass der Eigenbetrieb Gommern dann im Abwasser- und Wasserzweckverband Elbe-Fläming Zerbst (AWZ) "verschwinden" würde. Die Stadt ist wegen ihrer Ortschaften Prödel, Lübs, Leitzkau und Dornburg schon jetzt im AWZ vertreten.

Bislang werden die verbleibenden Ortschaften über den Eigenbetrieb Gommern versorgt. Im Klartext heißt das, der Trinkwasserlieferant Heidewasser ist mit der Versorgung mit Frischwasser beauftragt worden und übernimmt auch die Geschäftsführung. Entsorgt wird letztlich in das Klärwerk von Schönebeck, das vom Privatkonzern Veolia geführt wird. Laut Gommerns Bürgermeister Wolfgang Rauls hat dieses Unternehmen schon länger Interesse, die Geschäfte für Gommern komplett zu übernehmen.

Offen für alle

Im Rahmen einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehens des TAZV Menz/Wah-litz/Gübs hatte Gommerns Stadtchef bereits angedeutet, eine Fusion dieses TAZV und des Eigenbetriebes Gommern zu überdenken. Als einen der Vorteile sieht Rauls die so vor Ort erhalten bleibenden Mitarbeiter. Es sei zu bezweifeln, dass diese blieben, wenn der Verband in die Magdeburger Stadtwerke eingeht, wie vom Land gedacht.

Für TAZV-Geschäftsführer Heiner Wolter stellt sich die Angelegenheit nicht so dringlich dar. In der jüngsten Verbandssitzung erteilten die Verbandsmitglieder der Geschäftsführung lediglich die Genehmigung, Sondierungsgespräche mit beiden potenziellen Partnern Gommern und Magdeburg zu führen – wenn denn überhaupt Bedarf besteht.