Jütrichau ( dap ). Einstimmig haben die Mitglieder des Ortschaftsrats Jütrichau Dirk Bunge vorgestern in geheimer Wahl zum neuen Ortsbürgermeister gewählt. " Ich danke für das Vertrauen und hoffe auf eine gute Zusammenarbeit ", wandte sich der 47-Jährige an seine Ratskollegen. " Ich tue mein Bestes ", versprach er. Unterdessen sagte ihm Dorit Dalchow ihre Unterstützung zu. Für sie war die Sitzung am Donnerstagabend die letzte, die sie als Ortsbürgermeisterin leitete. Denn just an dem Tag lief ihre zweite Amtszeit aus und eine weitere wollte sie nicht antreten.

Deshalb wurde ausgehend von Paragraph 58, Absatz 1 b, der Gemeindeordnung von Sachsen-Anhalt ihr Stellvertreter Dirk Bunge im Vorfeld gefragt, ob er bereit wäre, das Amt zu übernehmen. Das war er. So wählte der Ortschaftsrat auf seiner Sitzung im November einen neuen stellvertretenden Ortsbürgermeister. Die Wahl fiel einstimmig auf Dorit Dalchow. Dass der Stellvertreter automatisch in die Funktion des Ortsbürgermeisters nachrückt, verwunderte damals allerdings nicht nur Denis Barycza. Er fragte, warum in dem Fall nicht Paragraph 88 greift, wonach der Ortsbürgermeister aus der Mitte des Ortschaftsrates gewählt wird.

Da Jütrichau nicht der einzige neu eingemeindete Ort ist, in dem eine Übergangsregelung greift, wenn die Amtszeit des noch von den Bürgern gewählten Ortsbürgermeisters vor der nächsten Kommunalwahl ausläuft, richtete das Wahlamt der Stadt Zerbst eine Anfrage zur generellen Auslegung des Paragraphen 58 ( 1 b ) an die Kommunalaufsicht des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. In Rücksprache mit dem Innenministerium wurde festgestellt, dass der Paragraph zwar zutrifft, aber nicht in Gänze. Das heißt, der stellvertretende Ortsbürgermeister kann nicht einfach durch Nachrücken Ortsbürgermeister werden. " Die Wahl des stellvertretenden Ortsbürgermeisters ist aber rechtskonform erfolgt ", erklärte die städtische Wahlleiterin Evelyn Johannes. Dass sie mit der ordnungsgemäßen Wahl des Ortsbürgermeisters nun auch da Rechtssicherheit haben, freute Denis Barycza. Er betonte, dass sein damaliger Einwand nur grundsätzlicher Natur und nicht gegen Dirk Bunge gerichtet war.