Altstadt l Zur einen Seite die Schiffsanleger und die historische Schiffmühle, zur anderen der Nordbrückenzug und mittendrin fließt die Elbe dahin - viele Mobil-Touristen schwärmen vom idyllischen Wohnmobilstellplatz am Petriförder und steuern ihn in den letzten Jahren mit Vorliebe an. An Spitzentagen im Sommer sind die gut zwei Dutzend Stellplätze auf dem Parkplatz der Weißen Flotte GmbH inzwischen sogar ausgebucht - und das, obwohl der Standort (aus förderrechtlichen Gründen) überhaupt nicht ausgeschildert ist. Weiteres Manko, das aber offenbar auch nicht als Hindernis taugt: Es fehlt nach wie vor eine Service-Station für die Touristen mit ihren rollenden Wohnstuben. Weder Strom-, noch Frisch- oder Abwasseranschlüsse sind vorhanden. Da müssen die Besucher schon selbst vorsorgen, um nach Einbruch der Dunkelheit nicht im Dunkeln an der schönen Elbe zu stehen.

Die Probleme sind lange bekannt. Bei der Sanierung des Petriförders von 2004 bis 2006 wurde der Platz zwar deutlich aufgewertet, auch eine Verbesserung der Ver- und Entsorgung der Wohnmobile wurde seinerzeit in dem mit 3 Millionen Euro geförderten Projekt mit geplant. Doch die Umsetzung platzte aus zwei Gründen: Zum einen liegt der Stellplatz im Überschwemmungsgebiet der Elbe, was eine Bebauung verhindert, andererseits widersprach eine Servicestation für die "Mobilen" auf dem höher gelegenen Parkplatz den Förderrichtlinien.

Bisher jedenfalls. Genau dieser Punkt stellt sich aus Expertensicht nunmehr anders dar. Mit hohem amtlichen Segen wird eine Nachrüstung nun doch möglich. Vertreter des Europäischen Rechnungshofes, vom Wirtschaftsministerium und der Investitionsbank haben sich das "Versorgungsproblem" der Reisemobilisten am Petriförder selbst angesehen und lassen nun Kulanz walten. Letztlich ginge es darum, dass "geförderte Infrastrukturmaßnahmen zu einer verbesserten touristischen Wertschöpfung führen", wie es in einer Information des Wirtschaftsdezernates heißt. Sie lag am Dienstag der Beratungsrunde des Oberbürgermeisters vor. "Ein gutes Serviceangebot, gerade auch für Reisemobilisten, dient diesem Zweck", sprich auch Einnahmen zu erzielen, heißt es da weiter. Kurzum: Das Manko kann behoben werden. 2012 soll auf dem höher gelegenen Parkplatz neben dem öffentlichen WC eine "Ver- und Entsorgungsstation" eingerichtet werden. Geplant ist eine "Sani-Station", an der Frischwasser gezapft wird und Abwasser sowie Fäkalien entsorgt werden. Zu Stromanschlüssen gibt es noch keine Aussagen.

Weitere Standorte für die Zukunft geprüft

Die Ausschreibung der Baumaßnahme sei bereits erfolgt, so dass die Arbeiten im Auftrag der Stadt im Frühjahr beginnen können. Mundpropaganda oder ein gutes Navi sind bei den Touristen aber weiterhin gefragt, denn eine Ausschilderung der Stellplätze darf es auch künftig nicht geben, da der Platz offiziell als "multifunktional" gewidmet ist. Ein reiner Wohnmobilstellplatz wäre seinerzeit nicht gefördert worden. Auf Antrag mehrerer Ratsfraktionen hat die Stadt derweil noch weitere mögliche Stellplätze für Caravans und Wohnmobile geprüft, z.B. auf dem Parkplatz Listemannstraße, an der Langen Lake (ehemals Buga-Parkplatz) oder im Elbauenpark. Im Ergebnis verweist die Verwaltung jedoch auf ein Gelände: Perspektivisch biete sich ein ca. 3 Hektar großes Areal im nördlichen Stadtpark dafür an. Es erstreckt sich südlich der stillgelegten Bahntrasse von der Straße am Winterhafen im Osten bis zum ehemaligen "Clubhaus der Eisenbahner" im Westen; südliche Grenze ist der sogenannte "Schwarze Weg". Das Areal überzeuge unter anderem durch seine Nähe zur Elbe und zum Stadtzentrum. Bau und Betrieb müssten allerdings in Initiative etwa eines privaten Unternehmers realisiert werden. Die Stadt, so heißt es, habe dafür keine Mittel.