Neuer Betreiber für die Siedlungsgaststätte, Ärger über "Brummis" im Viertel oder eine erfolgreiche 75-Jahr-Feier: Auch für die Siedlergemeinschaft Nordwest geht ein abwechslungsreiches Jahr zu Ende. Der Vorsitzende Bernd Roth zieht eine positive Bilanz.

Nordwest l "2011 war ein durchaus erfolgreiches Jahr", sagte Roth. "Die Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Grundsteinlegung für unsere Siedlung war der absolute Höhepunkt im Stadtteil. Nachdem wir anfangs skeptisch waren, ob wir mit dem veränderten Platzangebot zurechtkämen, entwickelte sich schon in der Planung das Fest zu einer runden Sache."

Ohne Zwischenfälle feierten die Siedler und ihre Gäste drei tolle Tage: "Wir bekamen im Anschluss durchweg positive Rückmeldungen", freut sich Vereinschef Roth.

Mit gemischten Gefühlen beobachteten die Nordwestler indes in den vergangenen Monaten die Entwicklungen rund um die Siedlungsgaststätte am Baumschulenweg. "Nach mehreren Jahren guter Zusammenarbeit muss die Siedlergemeinschaft mit dem Jahreswechsel auch Gastwirtin Katrin Polte-Modlich verabschieden. Durch den Verkauf der Gaststätte im Baumschulenweg und den damit verbundenen Betreiberwechsel schließt ihr Restaurant ,PoMo\'s\'", sagte Roth. "Mit dem neuen Besitzer und Betreiber haben wir aber bereits einen guten Kontakt aufgebaut und werden bereits im Februar, nachdem einige Umbau- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, unseren Faschingsball wieder in der neuen, alten Gaststätte zelebrieren können. In den zurückliegenden Jahren hat Frau Polte-Modlich unsere Arbeit bestmöglich unterstützt. Dafür danken wir ihr."

Auch Bürgeranliegen verfolgte die Siedlergemeinschaft, die sich gegenüber der Stadtverwaltung für die Belange der Nordwestler einsetzte. "Zuletzt erwirkten wir zum Beispiel, dass der Rembrandtweg/Olvenstedter Scheid für den Lastwagenverkehr gesperrt wurde, damit diese nicht den Rasen auf dem Rondell im Rembrandtweg befahren und unschöne Spuren hinterlassen.", so Vorstandsmitglied Daniel Riecke: "Diese Maßnahme zeigte bisher nur eine kleine Wirkung. Wir haben mit dem Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt verabredet, dass wir im neuen Jahr die nun veränderte Situation analysieren und notfalls über weitere Maßnahmen mit ihm sprechen wollen." In die Bebauungsplanung des freigewordenen Grundstücks hinter der Grundschule hat sich die Siedlergemeinschaft auch eingeklinkt. Im Januar soll es auch dazu weitere Gespräche geben.

Sehr positiv hat sich nach Aussage Roths auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinwesenarbeitsgruppe und den örtlichen Einrichtungen und Vereinen entwickelt. "Wir freuen uns auch, dass die Magdeburger Verkehrsbetriebe in der Hugo-Junkers-Allee in Höhe Juliusstraße zwei neue Haltestellen aufgestellt haben, die sehr gut angenommen werden, und somit auf Bürgeranliegen eingegangen sind."

Roth hob neben Siedlerbällen, Ausflügen und Konzerten die Fahrten zur politischen Bildung zu Gedenkstätten hervor: "Unser Vorstandsmitglied Rolf-Dieter Weske bot hierbei im ausklingenden Jahr mit guter Resonanz interessante Fahrten an, um über die Verbrechen der DDR-Diktatur aufzuklären."