Magdeburg (dpa). Erstmals seit Jahren ist in Sachsen-Anhalt die Schulabbrecherquote im Jahr 2012 deutlich von 12,5 auf 11,7 Prozent gesunken. Dies gab Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Donnerstag im Landtag bekannt und führte die Entwicklung auf die Schulsozialarbeit zurück, die seit dem Jahr 2008 ausgebaut wurde.

"Wir sind noch nicht da, wo wir mit dem Programm hinwollen", sagte Dorgeloh. Aber die derzeitige Entwicklung sei positiv. Eigentlich sollte mit dem Programm "Schulerfolg sichern" die Abbrecherquote auf 8,6 Prozent gesenkt werden.

Besonders positiv hob Dorgerloh hervor, dass seit Programmbeginn die Sozialarbeiter 123 000 Schüler erreicht hätten. Geplant seien nur 48 000 Schüler gewesen.

Die Landesvorsitzende der Linken, Birke Bull, kritisierte die schlechte Bezahlung der Sozialarbeiter. "Hier sind wir alle miteinander gefragt zu verhindern, dass soziale Arbeit unter der Ägide der freien Träger zu prekärer Beschäftigung wird."

Laut Kultusministerium haben derzeit rund ein Drittel der 825 Schulen einen Schulsozialarbeiter. Insgesamt investiert die Landesregierung zwischen 2008 und 2014 rund 59 Millionen Euro vor allem aus Mitteln der Europäischen Union in die Schulsozialarbeit. Das Programm soll auch in der kommenden Förderperiode der Europäischen Union 2014 bis 2020 fortgeführt werden, sagte Dorgerloh.