Magdeburg l Die Union denkt darüber nach, Berufseinsteigern bis zu 10.000 Euro zu bieten, wenn sie sich für unbefristete Stellen bei Firmen in Sachsen-Anhalt entscheiden.

Wer seine Ausbildung oder sein Studium beendet hat, dürfte es in den kommenden Jahren einfacher haben, eine gut bezahlte Stelle zu finden. Immer weniger junge Fachkräfte drängen auf den Arbeitsmarkt, so dass sich Firmen einen immer schärferen Wettbewerb um kluge Köpfe liefern. Damit sich Berufseinsteiger für Jobs in Sachsen-Anhalt entscheiden, will Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) sie mit finanziellen Anreizen locken.

"Jungen Qualifizierten könnte das Land eine Eigenheimförderung in Aussicht stellen, wenn sie bei Unternehmen in Sachsen-Anhalt unbefristete Stellen annehmen", sagte Wolff der Volksstimme. Denkbar seien hierfür günstige Darlehen oder Kredite. "Studien zeigen, dass sichere Jobs und bezahlbares Wohneigentum entscheidende Faktoren sind, um sich niederzulassen und eine Familie zu gründen", so die Ministerin.

Unternehmen könnten die Darlehen verdoppeln

Bei der Finanzierung möglicher Anreiz-Programme möchte Wolff die Wirtschaft beteiligen. "Wenn das Land 5000 Euro bereitstellt, könnten Unternehmen noch einmal die gleiche Summe dazugeben."

Unterstützung bekommt Wolff von CDU-Fraktionschef André Schröder: "Wir könnten solche Programme an die landeseigene Wohnungsförderung andocken." Wie die Förderung konkret ausgestaltet werden könnte, sei aber noch unklar. "Vorstellbar sind aus meiner Sicht auch Darlehen über 10.000 Euro für Wohnungseinrichtungen oder günstige Kredite über 1500 Euro zur Finanzierung von Umzügen", so Schröder. Die Förderung sollte aber durch eine Einkommensobergrenze gedeckelt sein, damit sie nur jenen zugutekommt, die wirklich Geld brauchen.

Da das Land sparen muss, regt der CDU-Fraktionschef an, das Programm für Berufseinsteiger über Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) zu finanzieren. "Der ESF stellt Gelder zur Verfügung, um die Mobilität von jungen Fachkräften zu fördern." Die Mittel könnte das Land problemlos beantragen.

Mit ins Boot holen müssen Schröder und Wolff noch den Koalitionspartner SPD. Keine leichte Aufgabe, denn im vergangenen Jahr hatte der das Vorhaben eines zinslosen "Ehekredits" in Höhe von 5000 Euro abgelehnt. Mit dem neuen Programm geht die CDU auf die Sozialdemokraten zu, indem künftig nicht verheiratete Paare, sondern Berufseinsteiger profitieren würden.