Sterben gehört zum Leben. Diesem Motto haben sich 50 ehrenamtliche Sterbebegleiter der Pfeifferschen Stiftungen verschrieben. Die Männer und Frauen gehören zum Bereich ambulantes Hospiz. Sie werden gerufen, wenn sich ein Schwerkranker "auf den Weg macht".

Zimmer 217 im Martin-Ulbrich-Heim der Pfeifferschen Stiftungen. Matthias Julien tritt ans Bett der 81-Jährigen. "Guten Tag, ich bin wieder da", sagt er mit tiefer, ruhigender Stimme zu der Frau mit dem eingefallenen, wächsernen Gesicht. Die Lider über den geöffneten Augen der Todkranken zucken. Ihr Mund bewegt sich, als wolle sie etwas sagen. Doch das täuscht.

Die Magdeburgerin hat Tumore im Kopf. Sie kann seit zwei Jahren nicht mehr mit der Außenwelt in Kontakt treten - nicht mit Gesten, nicht mit Worten. Sie liegt im Pflegeheim der Stiftungen im Wachkoma.

Julien rückt einen Sessel links neben das Bett der Greisin und nimmt ein Wollschaf vom Fensterbrett. Er legt es auf die Bettdecke und seine rechte Hand auf die der Schwerstkranken. "Ein schönes Schäfchen. Ein Geschenk von der Tochter?", fragt er. Niemand kann hundertprozentig sagen, ob die 81-Jährige etwas versteht. Auch der Sterbebegleiter nicht.

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