Zerbst l Meinungen, Eindrücke, Erfahrungen zu Anhalt gibt es viele - zehn Beispiele.

Selbstgefühl: "Die Bewohner Anhalts sollen erfahren oder sich erinnern, daß sie stolz sein können auf die Geschichte und Naturschönheit ihrer anmuthigen Heimath, und wenn es uns gelingt, zur Belebung der Vaterlandsliebe und des edlen Selbstgefühles beizutragen, so ist der Hauptzweck erreicht ...", Franz Hoffmann "Das malerische und romantische Anhalt" (um 1850)

Unendlich schön: "Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend, wie wir durch die Seen, Kanäle und Wäldchen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen ...", Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichter, im Jahr 1778 aus Wörlitz

In Ballenstedt: "In Ballenstedt ging es mir gut, ich erhielt die Hälfte der Einnahmen, siebzig Taler und einen Sack voll Lorbeeren." Albert Lortzing (1801-1851), Komponist

Raritätenkasten Zerbst: "Zerbst ist kein blendendes, bewunderungswürdiges Schaustück, aber in seiner stillen Art ein guter, alter, anheimelnder Raritätenkasten ... Freilich, (...) die Stadt hat es noch zu keinem eigenen Führerchen samt Stadtplan gebracht ... Ich glaube, es ist eben Schicksalssache mit den Städten wie mit den Büchern. Der Ruhm ist nie unverdient, wohl aber zuweilen die Verschollenheit. (...) Deshalb leben sie doch in der Stille fort, die guten Bücher und die guten Städte." Karl Emil Franzos "Aus Anhalt und Thüringen" (1903)

Zur Burg Anhalt: "Seht hier der einst\'gen Größe Trümmer! / Den Wohnsitz sonst\'ger Herrlichkeit!/ Ruinen nur! auch nicht ein Schimmer / Der alten Pracht zu Otto\'s Zeit! / Doch voller Ehrfurcht naht den Steinen, / den Mauern, die die Zeit zernagt, / der Anhaltiner, und zum Weinen / gerührt, er blickt sie an und sagt: / Werth seid ihr heil\'ge Überreste / Der vor\'gen Zeit dem Vaterland!" Franz Freisleben "Harzblumen" (1825); Quelle: Jan Brademann im Zerbster Heimatkalender 2012

Der Volksmund: "Wenn der Fürst im Harz hustet, fällt man im Fläming aus dem Bett." Volksmund über Anhalts Größe

Vom Schloss Coswig: Es gebe "kein Schloss am Rhein so lustig und bequem gelegen. Es liege fein hoch in gesunder Luft, und die Elbe fließe unten vorbei; im Sommer habe es eine große Lust, der Schiffe halben, so alle vorüberpassieren ..." Philipp Melanchthon (1497-1560), Theologe und Reformator, über Coswig

Einzigartige Kleinstadt: "Nur wer mit der kulturellen Qualität und Bedeutung der deutschen Provinzstadt vertraut ist, kann verstehen, warum als Ort des Bauhauses gleich zweimal eine Kleinstadt gewählt wurde. Deutschland hat ungewöhnlich viele einzigartige und unverwechselbare Kleinstädte. Dank ihrer bürgerschaftlichen Struktur und ihrer geistigen Lebendigkeit stellen sie eine ideale Umgebung für kulturelle Bewegungen dar, die eine starke persönliche Führung und eine günstige Atmosphäre brauchen. (...) Sowohl in Weimar als auch in Dessau waren eine fruchtbare Arbeitsatmosphäre, frei von Ablenkungen, und die unmittelbare Nähe der schönen Natur unverzichtbare Faktoren im Leben derer, die am Bauhaus arbeiteten." Walter Gropius (1883-1969), Architekt, Bauhausgründer; Quelle: "Herbert Bayer, Walter Gropius, Ise Gropius (Hrsg.): Bauhaus 1919-1928. New York: Museum of Modern Art 1938"

Krone Anhalts: "Über der Stadt thront malerisch auf einem Felsen das uralte Schloß, die Krone Anhalts. Mit stattlichen Mauern, starken Türmen und einer Mannigfaltigkeit von Gebäuden (...) blickt es hinab auf den Ort und den Strom, welcher jenen durchschneidend sich zwischen Rebenhügeln, grünen Wiesen und lieblichen Laubgehölzen hinzieht." Wilhelm vom Kügelgen (1802-1867), Maler und Schriftsteller, über Bernburg

Glücksfall Jubiläum: "Westdeutschen und erst recht Ausländern fällt es immer noch schwer, das Bindestrich-Sachsen-Anhalt von Niedersachsen und dem Freistaat Sachsen zu unterscheiden. Anhalt macht nun mal den großen Unterschied zu den anderen Sachsen-Bundesländern und deshalb ist es ein richtiger Glücksfall, dass wir im nächsten Jahr Anhalt 800 feiern können." Eduard Prinz von Anhalt (70) im Gespräch mit der Volksstimme