Die Volksstimme sucht mit ihren Lesern traditionell zum Jahresende den Magdeburger des Jahres. Bis zum 31. Dezember läuft die 19. Auflage der Aktion, die engagierte Magdeburger in den Mittelpunkt rückt. Einer davon ist Dirk Altmann. Er baute mit einem Förderverein die Alte Schule in Salbke zu einem Bürgertreff um.

Salbke. Aus alt mach neu - oder noch besser: aus Altmann mach’ Neumann ... So etwa könnte man in einem kleinen Wortspiel das Projekt beschreiben, das der waschechte Salbker Dirk Altmann auf die Beine gestellt hat.

Vier Jahre lang kämpfte er gemeinsam mit den Mitgliedern des Fördervereins Alte Schule Salbke um die Rekonstruktion der alten Schule zum Bürgerhaus. Wer jetzt durch den roten Backsteinbau schreitet, der wird feststellen: Hier ist eine Idee umgesetzt worden, die buchstäblich Schule machen könnte. Aus ganz alt wurde ganz neu – und Initiator Dirk Altmann müsste sich jetzt konsequenterweise in Neumann umbenennen ...

Klinkenputzen und Eigenleistung

Aber Spaß beiseite – auch wenn der Salbker Dirk Altmann heute schmunzelnd auf so manche Episode während der Umbauphase zurückblicken kann, so war die Umsetzung alles andere als eine spaßige Angelegenheit. "So etwas kann man ehrenamtlich und praktisch ohne eigenes Geld nur stemmen, wenn man Leute um sich hat, auf die man sich verlassen kann, die mit anpacken und nicht palavern", sagt der 49-Jährige.

2006 war dieser Zeitpunkt gekommen. Die Idee des Schulumbaus schwirrte durch den Stadtteil. Aber niemand traute sich so richtig, die Ende der 1990er Jahre geschlossene Schule aufzumöbeln. Dirk Altmann bekam davon Wind und war sofort Feuer und Flamme. Schließlich wurde er in Salbke geboren, besuchte die alte Schule bis zur vierten Klasse selbst und ist dem Stadtteil treu geblieben. "Als ich dann noch einmal durch die alte Schule stapfte, war klar: Die Idee greifen wir auf und machen aus der Schule einen Treffpunkt für alle Generationen", erinnert er sich.

Dirk Altmann gehörte wenig später mit anderen aktiven Salbkern wie Ingo Klette oder Andy Hein zu den Mitbegründern des Fördervereins (auch Ehefrau Ines und die erwachsenen Kinder Martin und Susanne zogen mit), erarbeitete ein Konzept und ging Klinken putzen: "Wir haben alles den Fraktionen vorgestellt und mit einem Stadtratsbeschluss Unterstützung erhalten unter der Bedingung, dass wir nach Fertigstellung für den Unterhalt selbst aufkommen", erinnert sich Dirk Altmann.

Impuls für einen geschundenen Stadtteil

Mit der Ratszustimmung in der Tasche wurde es dann richtig ernst. 1,5 Millionen Euro wurden über Förderanträge bei Stadt, Land und Bund beschafft, dazu Sponsorengelder und Eigenleistungen. Parallel wurden Mieter gesucht und gefunden. Stück für Stück trieb der Förderverein das Projekt voran. Ende Oktober 2010 war der große Moment gekommen. Nach vier Jahren harter Arbeit wurde das Bürger- und Mehrgenerationenhaus in Salbke eingeweiht. Neun Vereine, Verbände und Institutionen haben dort auf 1400 Quadratmetern Fläche ihren Sitz, darunter Stadtteilmanager, Bibliothek, Tanzklub, Kneippverein, Bürgerbüro, Jugendklub und Gaststätte.

Zur Eröffnung wurde dem Kältemeister deshalb richtig warm ums Herz: Ein Lebenstraum ging für ihn in Erfüllung, hatte Dirk Altmann doch für seinen geschundenen Stadtteil einen Impuls setzen und einen Ankerpunkt zurückgeben können, der sagen soll: Seht her, Leute! Salbke lebt, der ganze Süden lebt.

Die Alte Schule Salbke soll nun als sublokale Keimzelle dienen und auch in die angrenzenden Stadtteile ausstrahlen. Der Bürgertreff könnte die Basis werden, in dem viele gute und bereits vorhandene Initiativen aus Salbke, Westerhüsen, Fermersleben und Buckau ein Netzwerk bilden und mithelfen, gemeinsam den Magdeburger Südosten voranzubringen. Dirk Altmann hofft, dass sein Projekt im wahrste Wortsinn Schule macht und andere Initiativen nachziehen – für ein lebendiges Salbke samt angrenzender Stadtteile.

PS: Das Bürgerhaus (Alt Salbke/direkt neben Kirche St. Gertraud) ist täglich geöffnet Nächster Höhepunkt: Salbker Weihnachtsmarkt rund um das Bürgerhaus: 4. Dezember ab 14 Uhr, 5. Dezember ab 11 Uhr.

Bilder