München (dpa). "Niveaulimbo" ist das "Jugendwort des Jahres 2010". Mit dem Begriff beschreiben Jugendliche das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen. Die Wort-Neuschöpfung zeige, dass Jugendliche die Entwicklung der Fernsehlandschaft und der Unterhaltungsformate kritisch beäugten und kommentierten, hieß es gestern in der Begründung des Langenscheidt-Verlags. Eine siebenköpfige Jury aus Schülern und Journalisten hatte die Wörter (siehe Kasten) ausgewählt.

Über eins müsse man sich bei der sogenannten "Jugendsprache" allerdings im Klaren sein, sagt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann: "Jugendliche reden nicht immer so." Wörter wie die jetzt ausgezeichneten seien speziellen Situationen und Gesprächspartnern vorbehalten. "Das sind keine Wörter, die in den Alltagssprachgebrauch integriert werden", betont Hurrelmann. "Diese speziellen Wörter benutzen sie in kleinen Zonen und Segmenten – immer, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und den Gesprächspartner zu beeindrucken."

Die Initiative "Jugendwort des Jahres" wurde im Jahr 2008 vom Langenscheidt-Verlag ins Leben gerufen. Ziel des Wettbewerbes sei es, die schnelllebige Jugendsprache jedes Jahr zu dokumentieren.