Mannheim (dpa). Jörg Kachelmanns Verteidiger setzt voll auf Konflikt. Diesmal schoss Johann Schwenn gegen die Staatsanwaltschaft. Die Ankläger hätten sich möglicherweise strafbar gemacht, weil sie Ergebnisse ihrer Ermittlungen gegen den Wettermoderator an die Presse weitergegeben hätten. "Die beiden Herren mir gegenüber sind um einiges verdächtiger als Herr Kachelmann", warf Schwenn den Staatsanwälten gestern ins Gesicht.

Schwenn rügte auch das Gericht. Die Richter würden "minutiös ein Beweisprogramm nachbeten", das von der Staatsanwaltschaft stamme. "Sie sollten sich klarmachen, dass sie hier den Beweisanträgen von Tatverdächtigen folgen!", sagte Schwenn. Der Kachelmann-Verteidiger forderte, Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge und Oberstaatsanwalt Oskar Gattner müssten ihre Aufzeichnungen über Telefonate mit möglichen Zeuginnen vorlegen.

Als Oberstaatsanwalt Gattner zu den Vorwürfen Stellung nehmen wollte, fuhr Schwenn wieder dazwischen: Die Vertreter der Anklage müssten als Zeugen vernommen werden und dürften keine dienstlichen Stellungnahmen abgeben. Oberstaatsanwalt Gattner keilte sichtlich wütend zurück: "Sie können hier nicht von Ihrem Recht auf Narrenfreiheit Gebrauch machen!"

Über den Durchsuchungsantrag gegen "Bunte" und "Focus" wurde gestern noch nicht entschieden.

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