Ohne Moos nichts los? Das mögen viele denken, wenn im Geldbeutel nach den Weihnachtsgeschenken gähnende Leere herrscht. Große Sprünge wie Reisen und teure Partys sind da nicht mehr zu machen. Doch auch mit wenig kann die Silvesterfeier zu Hause zum Knüller werden.

Berlin (dapd). Neben farbenfroher Dekoration, Knallerei und den alljährlichen guten Wünschen dürfen traditionelle Silvesterspeisen und -getränke auf keiner Party fehlen. Gut schmausen lässt sich bei nicht allzu hohen Ansprüchen auch für wenig Geld. Wer knapp bei Kasse ist, kann Freunde bitten, etwas Leckeres mitzubringen.

Statt Fondue oder Raclette tun es am letzten Abend des Jahres auch Kartoffelsalat und Würstchen. Selbstgemacht ist es nicht nur preiswerter, sondern schmeckt auch am besten: Grüne Gurke, Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Öl und Essig unter die Kartoffeln gehoben, fertig. In einigen Familien kommt am Silvesterabend Linsensuppe auf den Tisch, damit das Geld im neuen Jahr nicht ausgehe, so der Brauch. Ob dieses Ritual hilfreich ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall schont es schon mal den Geldbeutel im alten Jahr.

Die Bräuche zum Jahreswechsel entspringen größtenteils alt-römischen und zum Teil auch germanischen Riten. Von den Germanen haben sich Lärm und Krach in der Neujahrsnacht bis heute als Ritual erhalten. Das sollte böse Geister vertreiben. Im antiken Rom war es Brauch, den Jahreswechsel durch ausschweifende Feierlichkeiten mit Tanz, Ess- und Trinkgelagen zu begehen. Auf diese Überbleibsel spätrömischer Dekadenz mag auch heute niemand so recht verzichten.

Auch Dekoration lässt sich mit etwas langfristiger Planung selbst herstellen. Bemalte Toilettenpapierrollen auf eine Sehne gefädelt und mit bunten Krepppapierstreifen durchzogen ergeben eine sehr dekorative Girlande. Alternativ zu Krepppapier können Streifen von farbigen Stoffresten verwendet werden. Auch Luftballons eigenen sich für Silvesterschmuck.

Wenn das Geld für den teuren Rum zur Feuerzangenbowle nicht reicht, tut es einfacher Silvesterpunsch. Dafür genügt Rotwein für wenige Euro. Denn durch die Zutaten, wie Orangen, Zitronen, Nelken und – je nach Geschmack – weiteren Gewürzen, wird der ursprüngliche Weingeschmack ohnehin modifiziert.

Neben Essen und Trinken bleibt am Silvesterabend erfahrungsgemäß genug Zeit für Spiele. Kartenspiele wie Doppelkopf, Rommee und Canasta oder Brettspiele wie Monopoly oder "Mensch ärger‘ dich nicht" haben fast alle Familien im Haus.

Kurz vor Mitternacht wird dann beim Bleigießen gern ein Blick in die Zukunft geworfen. Auch dieses Ritual stammt von den alten Römern. Dazu werden Bleistücke auf einem Löffel über einer Kerze geschmolzen und in kaltes Wasser gegeben. Anstatt des Bleis kann auch ungiftiges Zinn verwendet werden, das wegen seiner geringeren Schmelztemperatur sogar noch besser geeignet ist. Am preisgünstigsten aber fast genauso tauglich für den Spaß ist Wachs. Die erstarrten Formen dienen dann zum Wahrsagen. Moos steht dabei für finanziellen Aufschwung.