Miltenberg (dpa). Hunderte Meter ist ein Linienbus im unterfränkischen Miltenberg unkontrolliert eine abschüssige Straße heruntergerutscht, bevor er in ein Wohnhaus krachte. Der Busfahrer und sein einziger Passagier starben. "Der Busfahrer hätte 200 Meter weiter oben abbiegen müssen, hat das aber schon nicht mehr geschafft", sagte ein Polizeisprecher gestern. Auf der schneeglatten Straße habe der 50-Jährige sein Fahrzeug nicht mehr steuern können.

In einer leichten Linkskurve kam der Linienbus von der Straße ab, streifte ein Wohnhaus und donnerte schließlich in das Mehrfamilienhaus. Ein 16 Jahre alter Schüler – der einzige Fahrgast – starb noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer starb wenige Stunden später in einer Klinik.

Neun Menschen, darunter acht Bewohner und eine entgegenkommende Autofahrerin, erlitten einen Schock. Der Sachschaden beträgt rund 400000 Euro. Statikern zufolge herrscht für das Wohnhaus keine Einsturzgefahr, das Loch in der Wand wurde provisorisch verschlossen.

Der Bus war frontal in eine Terrassentür im Erdgeschoss gerast und etwa acht Meter tief in das Gebäude eingedrungen. Die Wucht des Aufpralls trennte das Busdach ab und schob es in die Wohnung im zweiten Stock.