Stuttgart (dpa). Der bei Auto- und Lkw-Fahrern gefürchtete Sekundenschlaf am Steuer könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Ein neues System des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie kann Bewegungen von Pupillen- und Augenlidern in Echtzeit erkennen; es soll schon Anfang kommenden Jahres in Fahrzeugen getestet werden. Auf der Messe "Vision" in Stuttgart wurde das als "Eye Tracker" bezeichnete System gestern erstmals öffentlich präsentiert.

Sobald "Eye Tracker" feststellt, dass der Autofahrer seine Lider langsamer bewegt oder sogar schließt, könnte das System eine Warnung auslösen. Durch eine Warnleuchte, einen lauten Ton oder ein spürbares Vibrieren im Lenkrad könnte der Fahrer wachgerüttelt und daran erinnert werden, dass er besser eine Pause einlegt.

Schätzungen zufolge ist jeder vierte tödliche Autobahnunfall auf Sekundenschlaf zurückzuführen. Er ist vor allem bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich. Bei Tempo 130 etwa legt ein Auto in fünf Sekunden eine Strecke von 180 Metern zurück.

Zwar gibt es Anbieter, die ähnliche Systeme entwickelt haben. Doch bislang kann nur die Variante des Fraunhofer-Instituts in Echtzeit eine dreidimensionale Aufnahme erstellen.