Berlin (dpa) l Im Zuge eines mutmaßlichen Großbetrugs mit gefälschten Bio-Lebensmitteln in Italien sind wahrscheinlich einige Hundert Tonnen nach Deutschland gelangt. Nach Informationen italienischer und deutscher Behörden sei nach gegenwärtigem Kenntnisstand von einer "mittleren dreistelligen Tonnage" auszugehen, teilte das Bundesverbraucherministerium mit. Es solle sich vor allem um Futtermittel wie Soja und Raps gehandelt haben. Eine Gesundheitsgefahr habe nicht bestanden. Die Produkte hätten aber nicht als Bio-Ware verkauft werden dürfen.

Der mutmaßliche Betrug war vergangene Woche in Italien aufgeflogen: In Verona beschlagnahmte die Polizei 2500 Tonnen vermutlich falsch deklarierte Öko-Waren wie Mehl und Obst. Eine Fälscherbande soll mit dem Schwindel Millionen-umsätze gemacht haben. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, wenn sich die ersten Angaben aus Italien bewahrheiteten, handele es sich wohl um "Betrug in großem Stil".

In Deutschland hatte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn über die Polizei erste Informationen über gefälschte Bio-Zertifikate sowie Empfängerfirmen erhalten und die Daten an die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer weitergegeben. Es lägen aber bisher keine Angaben des italienischen Landwirtschaftsministeriums zur Gesamtmenge der nach Deutschland gelieferten Waren vor, hieß es.