Haifa (dpa). Der verheerende Großbrand in Israel frisst sich aus dem Gebirge bedrohlich schnell in Richtung Haifa vor. Gestern hatte die völlig außer Kontrolle geratene Feuerwalze bereits die Außenbezirke der israelischen Großstadt erreicht.

Inzwischen verdichten sich die Hinweise auf Brandstiftung. Die Polizei nahm gestern zwei Männer fest, die versucht haben sollen, Feuer zu legen.

Nach einem Hilferuf von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rollt eine internationale Welle der Unterstützung an. Viele Länder schicken Löschflugzeuge, selbst die Türkei, deren Beziehungen zu Israel seit Monaten seit einem tödlichen Zwischenfall bei einer Auseinandersetzung mit der Gaza-Hilfsflotte angespannt sind. Deutschland will Schutzausrüstungen für Feuerwehrleute und Sonderlöschmittel liefern.

Mindestens 41 Menschen sind nach dem Ausbruch des Feuers gestorben, darunter Dutzende Gefängniswachmänner, die Häftlinge retten sollten. Über 17000 Menschen mussten sich vor dem Flammeninferno in Sicherheit bringen. Die Regierung bezeichnet den bislang schlimmsten Großbrand in der Geschichte des Landes als "nationale Tragödie".

Wegen des Feuersturms mussten bereits zwei Gefängnisse geräumt werden. Bislang sind 900 Insassen in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer hat eine Fläche von rund 30 Quadratkilometern Wald- und Buschlandschaft mit 1,5 Millionen Bäumen vernichtet.