1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Naturschutz Thüringen: Arnika und Trollblume: Geld für Rettung der Bergwiesen

Naturschutz Thüringen Arnika und Trollblume: Geld für Rettung der Bergwiesen

Im Thüringer Wald gibt es weniger Landwirtschaft - das ist ein Problem für Bergwiesen, die zuwachsen. Ein Großprojekt soll dabei helfen, die artenreichen Wiesen zu erhalten.

Von dpa 19.01.2026, 16:25
Thüringen will möglichst viele Bergwiesen erhalten. (Archivbild)
Thüringen will möglichst viele Bergwiesen erhalten. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Erfurt - Thüringen will in den kommenden Jahren möglichst viele Bergwiesen im Thüringer Wald retten - und damit den Lebensraum für Pflanzen wie Arnika und Trollblume, für Dukatenfalter oder den seltenen Wachtelkönig. Insgesamt seien dafür im Zeitraum bis 2030 vier Millionen Euro vor allem vom Bund sowie vom Land vorgesehen, sagte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) in Erfurt. „Wir haben Verantwortung für viele schöne Bergwiesen.“

Das Geld solle eingesetzt werden, um Bergwiesen von Büschen freizuschneiden sowie die Mahd der Flächen zu sichern. Insgesamt würden in das Programm 356 Hektar Wiesen im Naturpark Thüringer Wald einbezogen, darunter bekannte Bergwiesen wie die Ebertswiese am Rennsteig bei Floh-Seligenthal oder Bergwiesen bei Lichte in Ostthüringen. Der Erhalt von Bergwiesen ist schwierig, weil ihre jahrhundertelange Nutzung und Pflege vor allem als Tierweide immer seltener wird. 

Notfalls soll Arnika ausgesät werden 

Die Arbeiten übernehme der Landschaftspflegeverband Thüringer Wald, der einen Teil der aufwendigen Aufgaben selbst erledigt, aber auch Aufträge an regionale Betriebe vergebe. Nach Angaben des Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbandes, Florian Meusel, gibt es insgesamt etwa 25.000 Hektar Bergwiesen in Thüringen - allerdings in einem sehr unterschiedlichen Zustand, was die Artenvielfalt betreffe. Teil des Projektes sei es, beispielsweise die gelb blühende Heilpflanze Arnika durch Aussaat wieder anzusiedeln. Sie sei das Symbol für Bergwiesen in Thüringen.

Ziel des neuen Projektes sei es, dass möglichst viele der Bergwiesen sachkundig bewirtschaftet werden - als Weide oder für die Heugewinnung. Nur so werde Artenvielfalt erhalten, sagte Kummer. Abgelöst werde mit dem Projekt, zu dem der Bund mit drei Millionen Euro das Gros der Gelder beisteuert, ein Landesprogramm, das sich vor allem dem Insektenschutz auf Bergwiesen widmete. 

Thüringen beim Anzapfen von Bundesmitteln erfolgreich

Nach Angaben des Vizepräsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Thomas Graner, agiert Thüringen recht erfolgreich bei der Vergabe von Bundesmitteln. 60 Millionen Euro kämen aus dem Bundeshaushalt für laufende Naturschutzprojekte im Freistaat. Ihre Laufzeit liege zwischen zwei und zehn Jahren.

Nach Angaben von Kummer stehen im Thüringer Doppelhaushalt für den Naturschutz in diesem Jahr 30 Millionen Euro einschließlich sechs Millionen Euro für einen Entsiegelungsfonds zur Verfügung. 2027 seien 25 Millionen Euro vorgesehen. Das sei mehr Geld als bei seinem Amtsantritt 2024 mit rund 23 Millionen Euro. Naturschutzverbände haben dem Minister vorgeworfen, die Landesmittel für den Naturschutz zu kürzen und vor allem auf Bundesmittel zu setzen.