Aufgespießt

Gold-Jubel für Silbermedaille

Die Radlerin, die sich zu sehr freute

Von Axel Ehrlich
Die niederländische Rad-Favoritin Anemiek van Fleuten   fiel auf einen gewieften Trick herein.
Die niederländische Rad-Favoritin Anemiek van Fleuten fiel auf einen gewieften Trick herein. Foto: dpa

Olympia ist immer für kuriose Geschichten gut. Wie der japanische Marathonläufer, der 1912 in Stockholm bei einer kleinen Lauf-Unterbrechung einschlief und erst am nächsten Tag aufwachte. Weil es sich so schämte, reiste er heimlich ab. Noch in den 50er Jahren galt er bei der schwedischen Polizei als vermisst...

Oder, ganz aktuell, die Niederländerin Anemiek van Fleuten. Sie brauste beim Straßenrennen der Damen außer sich vor Freude über die Ziellinie, riss die Arme hoch. Trainer und Betreuer, die die Athletin in Empfang nehmen, freuen sich auch. Vielleicht nicht ganz so doll.

Die 38-Jährige bejubelte ihre soeben eingefahrene Goldmedaille. Was sie in dem Moment nicht wusste: Es war nur Silber. Die Erklärung: Die Österreicherin Anna Kiesenhofer hatte sich mit einer Ausreißer-Gruppe schon zeitig vom Feld abgesetzt. Alle wurden im Laufe des Rennens wieder eingeholt – bis auf Kiesenhofer. Was den anderen Fahrerinnen offenbar nicht so auffiel. Auch nicht Anemiek van Fleuten

So kam es zum falschen Gold-Jubel und zu dieser schönen Olympia-Anekdote anno 2021.