Aufgespießt Olympia-Streit um Da Vincis bestes Stück
IOC-Regeln verhunzen 500 Jahre altes Meisterwerk.

Nach Olympia ist vor Olympia. Auch wenn Athleten über die Gepflogenheiten im olympischen Dorf gelegentlich etwas anderes behaupten: Sex ixt bei den Spielen tabu. Und zwar komplett. In jeder Form, und sei es nur irgendwie ansatzweise. Der Beweis: Im offiziellen Vorspann zur Olympia-Berichterstattung zeigte das italienische Staatsfernsehen RAI den berühmten „Vitruvianischen Menschen“ von Leonardo da Vinci. Die Zeichnung eines nackten Mannes, die auch den meisten von uns irgendwie bekannt vorkommt - wahrscheinlich aus dem mehr oder minder fernen Schulunterricht.
In der RAI-Version fehlt dem berühmten Zeichen-Kerl aus dem Jahr 1490 das Geschlechtsteil – wahrscheinlich um die Unvereinbarkeit von Olympia und jeder Art von sexueller Anspielung zu untermauern. Das sorgt für einen handfesten parlamentarischen Streit. Unter anderem mit der Fragestellung, ob das Fernsehen dieses Kunstwerk überhaupt nutzen darf und ob Veränderungen am Original zulässig sind.
Die Fernsehmacher verweisen auf die strengen Regeln des IOC – siehe Text-Anfang. Alles irgendwie gar nicht sexy.