Aufgespießt

Palmen-Krimi erschüttert das Saarland

Polizei löst den Fall im Handumdrehen / Ruhe und Ordnung wiederhergestellt

Von Axel Ehrlich
1. Palme, wie sie gern im Saarland geklaut wird. 2.  Erklärung zum Text: *Hauptsache gut gegessen, gearbeitet haben wir dann schnell.
1. Palme, wie sie gern im Saarland geklaut wird. 2. Erklärung zum Text: *Hauptsache gut gegessen, gearbeitet haben wir dann schnell. Foto: imago

Saarland, du kleines Paradies, in dem die Uhren anders ticken und sich fast alles nur ums Essen dreht. Der Leitspruch allen Saarländertums lautet, wir wissen es, Hauptsach gudd gess, gschafft ho mir noher schnell.*

Die etwa gleichbleibend rund eine Million Saarländer erfreuen sich diesbezüglich ihrer Nähe zu Frankreich und Luxemburg und überdies, zumindest auf dem Land, gefühlt einer paradiesisch niedrigen Kriminalität. Was auch daran liegt, dass jeder jeden kennt – oder zumindest einen, der einen kennt, der jeden kennt. Doch jäh brach das Verbrechen über den Ort Wadern-Lockweiler (1400 Einwohner) herein: Eine prächtige, etwa 1,50 Meter hohe Fächerpalme wurde samt Kübel von einer Terrasse gestohlen.

Da jedoch jeder jeden (...) wurde das Bäumchen schon bald auf einem Balkon in der Nachbarschaft entdeckt. Auf Anordnung des Staatsanwalts mussten die Balkonbesitzer („Wir haben keine Ahnung, wie es hierher kam“) das Bäumchen nun unter Polizeibewachung wieder auf dessen angestammte Terrasse zurückbringen. Endlich ist alles wieder in Ordnung. Im beschaulichen Saarland.