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Vorwürfe gegen Mario Voigt BSW-Chef: Plagiierte Doktorarbeit wäre nicht hinnehmbar

Die TU Chemnitz entzieht Thüringens Regierungschef Mario Voigt die Doktorwürde. Dieser wehrt sich. Die Bundesspitze eines Koalitionspartners schaut genau hin - und fordert Aufklärung.

Von dpa 29.01.2026, 09:53
Der BSW-Bundesvorsitzende Fabio de Masi fordert von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), Zweifel an seiner wissenschaftlichen Redlichkeit auszuräumen. (Archivbild)
Der BSW-Bundesvorsitzende Fabio de Masi fordert von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), Zweifel an seiner wissenschaftlichen Redlichkeit auszuräumen. (Archivbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Berlin /Erfurt - Der BSW-Bundesvorsitzende Fabio de Masi hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) aufgefordert, Zweifel an seiner Dissertation auszuräumen. „Eine plagiierte Doktorarbeit von Ministerpräsident und Professor Voigt wäre nicht hinnehmbar!“, teilte de Masi mit. Dem Thüringer Regierungschef stehe der Rechtsweg offen und man müsse den Ausgang des Verfahrens abwarten. „Allerdings ist er aufgefordert, jeden Zweifel an seiner wissenschaftlichen Redlichkeit aus der Welt zu schaffen“, so de Masi.

TU Chemnitz verteidigt Vorgehen

Zuvor hatte Voigt über die Thüringer Staatskanzlei bekanntgeben lassen, dass die Technische Universität Chemnitz ihm seinen Doktorgrad entzieht. Die Prüfung hatte die Hochschule angestoßen, nachdem sie wenige Wochen vor der Landtagswahl 2024 von dem als Plagiatssucher bekannten österreichischen Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber auf mögliche Mängel in Voigts Arbeit hingewiesen worden war. 

Voigt sieht den Kern seiner wissenschaftlichen Arbeit intakt und hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Uni zu klagen. Zudem kritisierte er das Prüfverfahren der Hochschule. Die TU Chemnitz teilte mit, dass die Entscheidung im zuständigen erweiterten Fakultätsrat einstimmig getroffen worden sei. Man habe sich mit allen vorliegenden Informationen intensiv auseinandergesetzt.

De Masi forderte, die Thüringer Staatskanzlei dürfe keinen Druck auf die TU Chemnitz und deren wissenschaftlichen Gremien ausüben „oder für die privaten Themen von Herrn Voigt eingespannt werden!“ Voigt führt in Thüringen die bisher bundesweit einzige Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD.