Berlin (dpa) - Während die Zahl der Corona-Neuninfektionen in Deutschland auf hohem Niveau verharrt, werden immer mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Ihre Zahl stieg am Sonntag auf mehr als 4100 und erreichte zum dritten Mal in Folge einen Höchststand. Zudem wurde am Samstag mit 483 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden der zweithöchste Wert seit Ausbruch der Pandemie erreicht, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Der bisherige Höchstwert war mit 487 Todesfällen am vergangenen Mittwoch registriert worden.

Bis Sonntagfrüh meldeten die Gesundheitsämter dem RKI binnen 24 Stunden 17.767 neue Corona-Infektionen. Allerdings sind die erfassten Fallzahlen am Wochenende meist niedriger, unter anderem weil weniger getestet wird. Am Sonntag voriger Woche hatte der Wert deutlich niedriger bei 14.611 gemeldeten Neu-Infektionen gelegen.

Bis Sonntagmorgen starben den Angaben zufolge 255 Menschen binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2. Damit stieg die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 18.772 seit Beginn der Pandemie (Stand: 06.12., 00.00 Uhr). Insgesamt haben sich nach RKI-Angaben hierzu1ande 1.171.322 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert.

Die Zahl der binnen eines Tages von den Gesundheitsämtern an das RKI gemeldeten Neuinfektionen betrug Samstagfrüh 23.318 - und damit mehr als die am Samstag der Vorwoche bekanntgewordenen 21.695 Neuinfektionen. Damit ist auch fünf Wochen nach Beginn des bundesweiten Teil-Lockdowns zwar ein Stopp des starken Anstiegs, aber kein Rückgang der Infektionszahlen feststellbar.

Am Sonntag waren nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 4108 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung - nach 4051 am Samstag und 4011 am Freitag, als erstmals die Schwelle von 4000 Corona-Patienten auf Intensivstationen überschritten wurde. 60 Prozent der Patienten werden per Tubus - also durch einen Schlauch - beatmet.

Die 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - gab das RKI am Sonntag mit 142 an. Zu Beginn des Teil-Lockdowns lag sie um die 120. Unter den Bundesländern wies nach RKI-Angaben vom Sonntag Sachsen mit knapp 301 den mit Abstand höchsten Wert auf, gefolgt von Berlin (182), Bayern (175), Thüringen (167) und Hessen (146). Die geringsten Inzidenzen hatten demnach Mecklenburg-Vorpommern (47), Schleswig-Holstein (49) und Niedersachsen (72).

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,10 (Vortag: 1,10). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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RKI-Lagebericht 5.12.

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