Volleyball-Pokal Geschafft: Lüneburg holt ersten Titel der Clubgeschichte
Premiere auf dem Pokalthron: Die SVG Lüneburg holt nach drei vergeblichen Anläufen den ersten Titel – und Kapitän Elser tanzt im Konfetti. Was jetzt auf das Team zukommt.

Mannheim - Am Ende fing sogar der Volleyball-Eisberg Feuer. Nach dem Matchball zum Pokalsieg sprintete Trainer Stefan Hübner auf das Feld, um mit seinen Spielern zu feiern. Nach fast zweieinhalb Stunden hatte die SVG Lüneburg den VfB Friedrichshafen mit 3:2 niedergerungen und endlich den ersten Titel in der Vereinsgeschichte eingefahren. Im vierten Versuch, nach zuvor drei Niederlagen gegen das Team vom Bodensee.
Nach der Siegerehrung fand der 50-Jährige, der schon seit 2014 die Verantwortung an der Lüneburger Seitenlinie trägt, dann aber schnell zu seiner gewohnten Coolness zurück. „Ich bin sehr glücklich“, sagte Hübner beim Streamingdienst Dyn: „Das ist ein unglaublicher Moment.“ Immerhin hatte er sein Sakko abgelegt und stand im Pokalsieger-Shirt Rede und Antwort.
Im goldenen Konfetti-Regen hatte zuvor SVG-Kapitän Jesse Elser mit dem Pokal vor der Mannschaft getanzt. Parallel dazu feierten auch die Frauen des VfB Suhl, die sich im ersten Spiel in der Mannheimer SAP-Arena ebenfalls mit 3:2 gegen den favorisierten MTV Allianz Stuttgart durchgesetzt hatten.
Mannschaft macht es sich „im Bus gemütlich“
„Es fühlt sich richtig gut an“, sagte Außenangreifer Ethan Champlin: „Unser Team hat schon die ganze Saison über hart gearbeitet. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt, einige schwere Spiele bestritten.“ Danach ging es für den 24 Jahre alten Amerikaner in die Kurve des „Lüne-Blocks“ zur Anhängerschaft. Alleine an die 500 SVG-Fans hatten sich mit einem Sonderzug auf den Weg aus Lüneburg nach Mannheim gemacht.
Der Zug zurück fuhr dann ohne die Mannschaft ab. „Wir schaffen den Zug nicht. Wir machen es uns im Bus gemütlich“, sagte Hübner und kündigte an, gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Bernd Schlesinger „eine schöne Flasche Cremant“ zu öffnen.
Schon am Mittwoch geht es im CEV-Pokal weiter
Viel Zeit zum Feiern haben die Lüneburger aber nicht. Schon am Mittwoch steht das Spiel im CEV-Pokal gegen den französischen Vertreter Alterna SPVB Poitiers auf dem Programm. In der Bundesliga geht es für den Tabellenzweiten am nächsten Samstag bei der FT 1844 Freiburg weiter.
Den Schwung des Pokalsieges wollen die „Lüne-Hünen“ auch in die nächsten internationalen und nationalen Spiele mitnehmen. „Wir haben noch mehr vor“, hatte Stefan Hübner schon vor dem ersten Ballwechsel des Pokalendspiels gesagt. Nach dem Sieg fügte er an: „Ich hoffe, dass wir für den einen oder anderen Gegner noch ein bisschen unangenehmer werden.“
Damit wird er sicherlich auch eine Revanche gegen den aktuellen Spitzenreiter Berlin Volleys gemeint haben. Gegen die Hauptstädter hatte die Finalserie der vergangenen Saison 0:3 geendet.