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Nach Insolvenz Gurken und Knochensäge - Auktion bei Feinkostlegende Rogacki

Nach fast 100 Jahren schloss der traditionsreiche Feinkostbetrieb Rogacki in Charlottenburg vergangenes Jahr seine Türen. Das Inventar wird nun versteigert, darunter auch viele kuriose Dinge.

Von dpa 18.02.2026, 15:37
Auch ausgefallene Überbleibsel stehen zur Auktion.
Auch ausgefallene Überbleibsel stehen zur Auktion. Elisa Schu/dpa

Berlin - Jahrzehntelang wurden in der Markthalle Fisch, Käse und Wurst verkauft, Champagner ausgeschenkt und Mittagesgerichte über den Tresen gereicht. Jetzt hängen in den ehemaligen Räumlichkeiten des Feinkostbetriebs Rogacki keine Preisschilder mehr, sondern kleine Zettelchen mit einer Nummer. Nach der Insolvenz im Jahr 2025 steht das Inventar der Westberliner Institution in der Wilmersdorfer Straße zur Auktion. 

Noch bis Donnerstag können riesige Gastrokühlschränke, aber auch sechs Dosen Senfgurken, 250 Stoffbeutel mit Rogacki-Logo oder Deckenpaneele ersteigert werden.

Eine ehemalige Mitarbeiterin streift am Mittwoch bei einem Besichtigungstermin durch die leeren Räume. „Ich habe hier gerne gearbeitet, es ist schade, dass hier zu ist“, sagt sie. Fast 10 Jahre sei sie in der Markthalle angestellt gewesen.

Als Erinnerung möchte sie gerne etwas mit dem Rogacki-Logo ersteigern. „Ich hätte gerne noch Beutel, aber ich brauche keine 300 Stück.“ Ihr Gebot für die Suppenschüsseln sei bereits überboten worden. Sie habe aber auch an einer der schönen alten Thekenwaagen und den Stehtischen Interesse, die sie gut für Partys in ihrem Garten gebrauchen könne. 

Neben allerhand Nützlichem - Champagner, Dosengemüse, Schweißgerät - stehen auch zahlreiche kuriose Dinge zum Verkauf, zum Beispiel eine Fleischkeulen-Attrappe oder Kästen mit leeren Pfandflaschen. Für eine Knochenbandsäge lag das Angebot am Mittwochnachmittag bei 400 Euro.

Eine defekte alte Kasse war einem Bieter etwa 20 Stunden vor Ende der Auktion 40 Euro wert. Auch abgelaufene Lebensmittel befinden sich noch in den Hallen. Zum Beispiel Kisten voller Eier. 

Die Auktion endet am 19. Februar um 11 Uhr. Das Inventar wurde nach und nach an mehreren Terminen versteigert. 

Rogacki begann 1928 als Aal- und Fischräucherei im Berliner Wedding, wie das Auktionshaus informiert. Die Familie Rogacki verkaufte ihre Ware demnach zunächst auf Märkten und zog später in das Geschäft in Charlottenburg. 

Nachdem Inhaber Dietmar Rogacki, der das Geschäft in dritter Generation führte, vergangenes Jahr bei einem Hausbrand ums Leben kam, schloss die Institution im Juli 2025. Wenige Zeit später stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag.