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2. Fußball-Bundesliga Herthas Saisonstart zum Vergessen: „Das ist unerklärlich“

Vom Aufstieg spricht niemand mehr in Berlin. Der Fußball-Zweitligist steckt in der Krise und verabschiedet sich als auf Platz 17 in die Länderspielpause. Trainer Leitl wird deutlich.

Von Jordan Raza, dpa 29.08.2025, 21:29
Herthas Profis müssen ein lautes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen.
Herthas Profis müssen ein lautes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Andreas Gora/dpa

Berlin - Die Berliner Fans hatten schon nach einer Viertelstunde genug. Mit lauten Pfiffen quittierten sie die Vorstellung ihrer Mannschaft, die auch in den folgenden 75 Minuten kaum besser wurde. Als die Hertha-Profis dann nach dem völlig enttäuschenden 0:2 gegen die SV Elversberg vor die Ostkurve traten, wurde das Pfeifkonzert entsprechend lauter. 

„Mir fehlen die Worte, gerade die erste Halbzeit zu erklären. Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen und hinterfragen, ob er wirklich genug investiert, um die Ziele, die wir als Mannschaft haben, zu erfüllen“, sagte Torhüter Tjark Ernst, ohne einzelne Mitspieler konkret zu benennen.

Die Aufstiegsambitionen der Berliner stocken nach vier Spieltagen gewaltig. Auf Platz 17 verabschiedet man sich in die Länderspielpause. „Wir müssen uns wieder sammeln“, forderte Sportdirektor Benjamin Weber. 

Keine Geschenke am Geburtstag

An seinem 48. Geburtstag erlebte Trainer Stefan Leitl eine bitterböse Überraschung. Ratlos saß der gebürtige Münchner auf der anschließenden Pressekonferenz und suchte nach Antworten. „Wir müssen uns entschuldigen bei den Zuschauern. Für die erste Halbzeit gibt es keine Erklärung. Das, was vor sechs Tagen in Darmstadt ordentlich geklappt hat, war heute nicht zu sehen. Aus welchen Gründen auch immer“, monierte Leitl.

Sportdirektor Weber: Es gibt nichts schönzureden

Offensiv ging gar nichts. Zig unsaubere Pässe prägten das Aufbauspiel der Berliner. Bis auf eine Minichance durch Maurice Krattenmacher in der 35. Minute entwickelten die Gastgeber überhaupt keine Torgefahr. Fabian Reese war überhaupt kein Faktor, hinten wackelte mal wieder Marton Dardai. Beim 0:1 durch Younes Ebnoutalib patzte der Berliner gewaltig. Auch Ernst sah bei dem Gegentor aus spitzem Winkel nicht gut aus. 

Jeder einzelne mache zu viele individuelle Fehler, monierte Ernst, der beim zweiten Gegentor durch Ebnoutalib dann chancenlos war. Auch Weber konnte nach lediglich zwei Punkten aus vier Spielen nichts mehr schönreden. „Insgesamt haben wir eine komplett schwache Leistung gezeigt. Wir sind fehlerhaft gewesen und haben nach einer ordentlichen Leistung in Darmstadt heute alles vermissen lassen“, kritisierte Weber.