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Kinder als Zeugen Hubig will den Schutz von Kindern in Prozessen verbessern

Für Kinder sind Aussagen vor Gericht mitunter eine Qual. Sie zu schützen müsse stärker in den Fokus gerückt werden, findet die Justizministerin. Sie pocht auf einen besseren Opferschutz.

Von dpa 24.02.2026, 12:27
Bundesjustizministerin Hubig will künftig den Opferschutz in Gerichtsprozessen stärken.
Bundesjustizministerin Hubig will künftig den Opferschutz in Gerichtsprozessen stärken. Soeren Stache/dpa

Potsdam - Zeugen im Kindesalter sollen nach Ansicht von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) künftig besser geschützt werden. Vernehmungen in Prozessen bedeuteten für die Kinder häufig eine enorme Belastung, sagte Hubig bei einem Besuch eines kindgerechten Vernehmungszimmers im Amtsgericht Potsdam. In ihrem früheren Beruf als Richterin habe sie miterlebt mit welcher „absoluten Hilflosigkeit“ Mädchen und Jungen dieser Situation ausgesetzt worden seien.

In Brandenburg läuft seit 2024 die Erprobung eines kindgerechten Vernehmungszimmers. Dort werden die Kinder in kindgerechter Umgebung und häufig in Begleitung von einer Vertrauensperson verhört, ihre Aussagen werden aufgenommen. Die Video-Aufzeichnung werden dann in den Hauptverhandlungen als Beweismittel gezeigt. So ist sichergestellt, dass das Kind nicht dem Beschuldigten begegnet und auch nicht der oftmals als unangenehm empfunden Vernehmungssituation vor dem Richter ausgesetzt ist.

Bei der zentralen Frage nach der Schuld des Angeklagten gerate in Gerichtsprozessen häufig das Opfer aus dem Blick, sagte Hubig in Potsdam. Dabei sei es wichtig, dass die Kinder nicht retraumatisiert würden. Die Kinder seien Menschen, „denen etwas passiert ist“. Das sei „immer schamhaft“, erläuterte die Ministerin. Ein Prozess müsse auch diesem Aspekt gerecht werden.