Optische Industrie Jenoptik: 2026 soll wirtschaftlich besser werden
Verhaltene Nachfrage in den Bereichen Halbleiterausrüstung und Autos machten sich im vergangenen Jahr beim Jenoptik-Konzern bemerkbar. Zum letzten Mal legte Vorstandschef Traeger Zahlen vor.

Jena - Wechsel an der Spitze des Jenoptik-Konzerns: Zum letzten Mal legte Vorstandschef Stefan Traeger Geschäftszahlen für eines der umsatzstärksten Thüringer Unternehmen vor. Seine Botschaft: Nach einem schwachen Jahr 2025 soll es im laufenden Geschäftsjahr einen Aufwärtstrend bei Umsatz und Ertrag geben.
Traeger war in dieser Woche offiziell verabschiedet worden - nach einer überraschenden Trennungsentscheidung des Unternehmens von seinem langjährigen Vorstandschef Ende November 2025. Eine Begründung für die Entscheidung lieferte Jenoptik nicht - schließlich musste auch Aufsichtsratschef Matthias Wierlacher gehen. Er ist Chef der Thüringer Aufbaubank. An der Spitze des Kontrollgremiums steht bis zur nächsten Hauptversammlung die Juristin und Unternehmensberaterin Daniela Mattheus. Ein neuer Vorstandschef für das börsennotierte Unternehmen wird noch gesucht.
„In schwierigem Marktumfeld gut behauptet“
2025 ging der Jenoptik-Umsatz nach vorläufigen Zahlen wegen einer geringeren Nachfrage bei Ausrüstungen für die Halbleiter- und Automobilindustrie um rund sechs Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zurück, wie Jenoptik mitteilte. Der Auftragseingang lag mit 1,0 Milliarden Euro rund drei Prozent unter dem Niveau von 2024.
„Jenoptik hat sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld im Jahr 2025 gut behauptet“, erklärte Traeger. Trotz eines rückläufigen Umsatzes habe das Unternehmen seine Profitabilität durch Kostensenkungsmaßnahmen auf gutem Niveau halten können und die Nettoverschuldung weiter deutlich reduziert. Es wurden auch Arbeitsplätze abgebaut.
Nachfrage zu Jahresbeginn verbessert
Finanzchefin Prisca Havranek-Kosicek sieht den Technologie-Konzern 2026 trotz schwer abschätzbarer makroökonomischer und politischer Entwicklungen wieder wachsen. „Diese Einschätzung wird durch eine verbesserte Nachfrage zu Beginn dieses Jahres unterstützt“, äußerte sie.
Der Unternehmensvorstand erwartet unter anderem auf Basis der angekündigten größeren Investitionen in Datencenter eine grundsätzlich positive Entwicklung bei der Halbleiterausrüstungsindustrie. Im laufenden Geschäftsjahr geht er von einer Umsatzsteigerung aus.
Jenoptik gehört mit weltweit knapp 4.500 Mitarbeitern zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland und ist im SDax gelistet. Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Laser und Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung.