Stuttgart (dpa) - Der Pons-Verlag will heute in Stuttgart das "Jugendwort des Jahres" bekanntgeben. Aus drei Begriffen soll ein Sieger gekürt werden. In diesem Jahr haben es "Cringe", "Wyld/Wild" und "Lost" ins Finale geschafft.

"Cringe" beschreibt etwas Peinliches und Unangenehmes, dass man bei sich oder anderen beobachtet. Jugendliche sagen "Wyld" oder "Wild", wenn sie etwas Krasses und Besonderes umschreiben wollen. Mit "Lost" soll ahnungsloses und unsicheres Handeln beschrieben werden.

Sprachwissenschaftlerin Artemis Alexiadou von der Berliner Humboldt-Universität erklärt das so: "Junge Leute bauen oft eigene Merkmale in ihre Sprache ein, um sich von der Elterngeneration abzugrenzen. Da bietet es sich an, auf das Englische zurückgreifen."

Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag die Jugendwort-Wahl in München veranstaltet. Doch dann wurde die Marke Langenscheidt Anfang 2019 von dem zur Klett-Gruppe gehörenden Pons-Verlag in Stuttgart übernommen. 2019 pausierte die Suche nach dem "Jugendwort des Jahres", die auch als umstrittene Werbeaktion für den Verlag gilt. 2018 holte sich "Ehrenmann" beziehungsweise "Ehrenfrau" den Titel. So wird jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tut.

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