Bildungspolitik Kultusminister setzt Tour durch Schulen und Kitas fort
Für Fleiß dürfte Sachsens Kultusminister Conrad Clemens in den Kopfnoten eine glatte 1 bekommen. Inzwischen hat er 199 Schulen und Kitas persönlich besucht. Nun geht seine Tour weiter.

Dresden - Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) will vor Ort weiter die Schulbank drücken - im Gespräch mit Lehrern, Schülern und Eltern. „Zuhören, wo der Schuh drückt und gemeinsam anpacken“, lautet die Devise seiner Schultour. Die vor einem Jahr begonnene Schultour umfasse auch Besuche in Kindertageseinrichtungen und solle nun weitergehen, teilte das Ministerium mit.
Clemens zog eine Zwischenbilanz: 20 Kindergärten, 46 Grundschulen, 55 Oberschulen, 45 Gymnasien, 12 Förderschulen, 6 Gemeinschaftsschulen, 2 Horte sowie 13 Berufsschulzentren und Fachschulen hat er seither besucht. An diesem Donnerstag ist die 200. Einrichtung dran - das Förderzentrum „Johann Friedrich Jencke“ in Dresden.
Kultusminister will „echte Begegnungen“
„Es geht nicht um Zahlen, sondern um echte Begegnungen“, betonte Clemens. Der Dialog sei für seine Arbeit unverzichtbar. „Die Besuche geben mir wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen unserer Schulen. Es macht große Freude, mit so vielen engagierten Lehrkräften, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ins Gespräch zu kommen.“
Sachsen will den Unterrichtsausfall weiter reduzieren
Es sei entscheidend, weiterhin in die Schulen zu investieren und dafür zu sorgen, dass jedes Kind die bestmögliche Bildung erhalte, erklärte der Minister. „Deshalb setzen wir unseren Kampf gegen den Unterrichtsausfall fort – mit mehr Lehrkräften und einer gerechteren Verteilung.“
Der Mangel an Lehrern und daraus resultierender Unterrichtsausfall sind die größten Probleme an sächsischen Schulen. Im ersten Schulhalbjahr 2024/2025 lag der Anteil ausgefallener Unterrichtsstunden am gesamten Stundensoll bei 9,4 Prozent. Je nach Schulform und Region kam es aber auch zu deutlich mehr Ausfall.
Mehr als 1.000 Lehrerinnen und Lehrer fehlen in Sachsen
Nach Zahlen vom vergangenen November fehlen 1.154 Lehrkräfte, um den Unterricht komplett abzudecken. Im Winter 2025 hatte Clemens ein Maßnahmenpaket aufgelegt. Unter anderem sollen ältere Lehrkräfte mehr Stunden arbeiten als bisher. Zudem werden stärker digitale Formate und mehr fächerübergreifender Unterricht angestrebt. Im November sah der Minister erste positive Ergebnisse.