Fußball Magdeburger Pleite nach Aufholjagd
Der 1. FC Magdeburg zeigt gegen Fürth große Abwehrschwächen, aber auch viel Moral. Am Ende stehen die Elbestädter aber ohne Punkte da.

Magdeburg - Der 1. FC Magdeburg geht mit einer Last-Minute-Pleite in die Länderspielpause. Die Mannschaft von Trainer Markus Fiedler verlor in einem teils unfassbaren Tor-Schlagabtausch mit 4:5 (1:1) gegen die SpVgg Greuther Fürth vor 23.673 Zuschauern. Der späte K.o. kam in der neunten Minute der Nachspielzeit.
Nach der Gäste-Führung durch Noel Futkeu in der 24. Minute gelang Alexander Ahl-Holmström (28.) schnell der Ausgleich. Auch in der zweiten Halbzeit mussten die Magdeburger einem Rückstand hinterherlaufen. Diesmal traf Felix Klaus (63.) für Fürth. Wie schon nach dem 0:1 sorgte erneut Ahl-Holmström nur eine Minute später für den erneuten Ausgleich, der sich nach dem Abgang von Martijn Kaars als Mittelstürmer gleich prächtig in Szene setzte.
Doch damit war es noch nicht zu Ende: Feutkeu (69.) traf erneut, dann sah Magdeburgs Alexander Nollenberger die Gelb-Rote Karte (71.). In Überzahl sorgte Klaus (77.) mit seinem zweiten Treffer vermeintlich für die Vorentscheidung, ehe Rayan Ghrieb (84.) die Magdeburger Hoffnungen noch mal kurzzeitig befeuerte und Noah Pesch (90.+3) für das erneute zwischenzeitliche Remis sorgte. Doch dann war Marco John mit dem 5:4 zur Stelle in der neunten Minute der Nachspielzeit. Der FCM liegt nun auf Tabellenplatz 15.
„Natürlich ist es besonders, meine ersten Tore für den Club zu machen, aber schöner wäre es, wenn wir gewonnen hätten“, sagte Doppeltorschütze Ahl-Holmström und ergänzte: „Wir haben einige Sachen gut und einige Sachen schlecht gemacht. Es war ein intensives, verrücktes Spiel.“
„Verrücktes Spiel“
FCM-Trainer Markus Fiedler setzte Ahl-Holmström ins Sturmzentrum für den abgewanderten Martijn Kaars (FC St. Pauli). Daneben kamen Neuzugang Luka Hyryläinen und Luxemburgs Nationalspieler Eldin Dzogovic zu ihren Startelfdebüts für den FCM. Magdeburg setzte weiter auf flache Pässe, streute nur gelegentlich hohe Bälle ein. Insgesamt blieben Torabschlüsse selten, einen vielversprechenden Ball schlenzte Ghrieb an den Pfosten (16.). Gerade als der FCM das Spiel zu kontrollieren schien, kombinierte sich Fürth über den rechten Flügel in die Box, wo Futkeu freistehend traf (24.).
Magdeburg zeigte sich unbeeindruckt und nach Steckpass von Laurin Ulrich in die Box tanzte Ahl-Holmström einen Verteidiger aus und traf zum Ausgleich (28.). Im Anschluss wurde das Spiel offener, weil die Gäste ihre anfängliche Zurückhaltung ablegten. Der FCM erarbeitete sich ein Plus an Strafraumszenen, verpasste es aber zu häufig, einen Abschluss zu setzen.
Magdeburger Moral nicht belohnt
Die Gastgeber kamen schwungvoll aus der Kabine, doch Ghrieb scheiterte am Torwart (46.) und Hyryläinen zielte zu hoch (47.). Fürth verlegte sich in den ersten Minuten fast vollständig auf Kontern, blieb dabei aber gefährlich, ohne zu glasklaren Chancen zu kommen. Danach überschlugen sich die Ereignisse: Klaus traf ins kurze Eck (62.), weil der FCM nicht konsequent verteidigte - und Ahl-Holmström (64.) glich erneut aus.
Doch die Defensive der Gastgeber blieb löchrig, so dass Futkeu (69.) zur Führung traf - und kurz darauf flog Alexander Nollenberger nach einer Schwalbe mit Gelb-Rot (71.) vom Platz. Mit Klaus' Tor zum 2:4 schien alles entschieden, aber Magdeburg kämpfte sich zum 4:4 zurück, um am Ende dann doch ohne Punkte dazustehen.