Offenbach (dpa) - Ein warmer Auftakt und überdurchschnittlich viel Sonne haben dieses Jahr den Frühling geprägt. Der Mai präsentierte sich indes ganz anders als im vergangenen Jahr - diese erste Bilanz zog der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch im Blick auf die Frühjahrsmonate März, April und Mai.

Während das Frühjahr 2018 winterlich kalt anfing und sommerlich heiß endete, blieben diesmal die Temperaturkontraste deutlich geringer. Stattdessen fegte im März eine ganze Serie schwerer Stürme über das Land. Im April begann eine Trockenheit, die sich im kühlen Mai in den meisten Gebieten Regionen Deutschlands aber nicht fortsetzte. Erstmals nach 13 zu warmen Monaten in Folge blieb es im Mai zu kühl.

Dennoch: Mit 9,0 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt der drei Frühlingsmonate um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Der deutlich zu milde März blieb in seiner ersten Hälfte häufig frostfrei. Der April konnte gerade während der Ostertage mit sommerlichen Temperaturen über 25 Grad aufwarten.

Dann aber tanzte der Mai mit Nachtfrost, reichlich Regen und teilweise sogar Schnee aus der Reihe. Im angeblichen Wonnemonat lag die Durchschnittstemperatur 1,2 Grad unter dem Wert der Vergleichsperiode der Jahre 1961 bis 1990. Damit sei es erstmals seit 13 Monaten nicht zu warm, sondern zu kühl gewesen, teilte der DWD mit. 10,9 Grad betrug demnach die Durchschnittstemperatur im Mai.

Und während im April deutschlandweit sechs Sommertage mit 25 Grad oder mehr zusammengekommen waren, gab es im Mai keinen einzigen. Vor allem die ersten beiden Wochen waren laut DWD ungewohnt kühl, stellenweise fünf Grad unter dem vieljährigen Mittel. Am frostigsten erwies sich Oberstdorf in Bayern mit minus 5,4 Grad am 7. Mai.

Auch beim Sonnenschein blieb der Mai mit 175 Stunden hinter dem Soll von 196 Stunden zurück. Der gesamte Frühling allerdings fiel mit etwa 515 Stunden Sonnenschein überdurchschnittlich sonnig aus und lag um etwa zwölf Prozent über dem Sollwert von 459 Stunden Sonnenschein. Am längsten zeigte sich die Sonne an den Küsten sowie auf den vorgelagerten Inseln mit örtlich mehr als 600 Stunden. Im Allgäu und im Sauerland schien sie dagegen gebietsweise nur rund 400 Stunden.

Bei den Niederschlägen, auf die vor allem Bauern nach der Trockenheit des vergangenen Jahres sehnsüchtig gewartet hatten, blieb der Frühling 2019 mit rund 185 Litern pro Quadratmeter im durchschnittlichen Soll-Bereich - allerdings ungleich verteilt: Der April blieb zu trocken, März und Mai fielen zu nass aus.

Vor allem im Süden gab er reichlich Regen. So meldete die Wetterstation Jachenau-Tannern vom 19. bis zum 21. Mai 231,4 Liter Wasser pro Quadratmeter. Den meisten Niederschlag bekamen der Schwarzwald und das Allgäu mit teils über 700 Litern pro Quadratmeter ab. "Damit blieb die nach dem niederschlagsarmen April befürchtete große Trockenheit vorerst noch aus", erklärte der Wetterdienst.

Die trockensten Gebiete lagen im Nordosten, der im vergangenen Jahr besonders unter Dürre gelitten hatte: In der Uckermark und in
Vorpommern kamen örtlich weniger als 70 Liter pro Quadratmeter zustande.

Deutscher Wetterdienst

 

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