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Musik Matthis Wroblewski - Lüneburger Talent an der Posaune

Ben Matthis Wroblewski bekam den Kulturförderpreis des Landkreises Lüneburg, jetzt studiert er in Hamburg. Mit der Posaune spielt er in vielen Bands, baut sich aber noch ein zweites Standbein auf.

Von dpa 16.02.2026, 05:30
Der Lüneburger Matthis Wroblewski mit seiner Posaune.
Der Lüneburger Matthis Wroblewski mit seiner Posaune. Christian Charisius/dpa

Hamburg/Lüneburg - Dass es Ben Matthis Wroblewski einmal beruflich in die Musikwelt zieht, ist ihm bereits in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Benjamin, der an der Leuphana Universität in Lüneburg lehrt, spielt Klavier, sein Bruder Jakob Schlagzeug, eine Schwester Saxofon und eine singt in Musicals. Matthis wählte die Posaune und liebt Jazz. Es wurde viel geübt zu Hause in der kleinen Hansestadt, vor zwei Jahren bekam der inzwischen 24-Jährige den Kulturförderpreis des Landkreises Lüneburg. 

„Der Preis war etwas ganz Besonderes“, erzählt der Student an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, an der er gerade seinen Bachelor of Arts abgelegt hat. Zwei Jahre war Wroblewski Mitglied des Bundesjazzorchesters, reiste mit nach Ecuador und Montenegro. Immer mit dabei die für Flugreisen etwas sperrige, wertvolle Posaune, die er Secondhand von einem Musiker übernahm. „Die meisten Jazzmusiker spielen mit alten Instrumenten“, berichtet er. „Früher wurde mehr mit Liebe verarbeitet.“

Manchmal lässt er das gute, etwa 2.000 Euro teure Stück im abschließbaren Instrumentenraum in der Hochschule. Zwar seien Querflöten und Saxofone noch wertvoller, aber ein besseres Gefühl habe er, wenn die Posaune über Nacht in seiner Nähe sei. Zwei- bis dreimal die Woche tritt er abends mit verschiedenen Bands auf, manchmal bucht ihn die NDR Big Band. So kann er sein Studium finanzieren, das er mit dem Master fortsetzt. 

Interesse am Unterricht in der Schule 

Möglicherweise soll ein Referendariat folgen, Unterrichten in der Schule könnte ein sicheres Standbein für die Zukunft sein. Schon der Titel seiner Bachelor-Arbeit lautete „Improvisation in der Schule“, wofür er mit einer zehnten Klasse viel ausprobierte. Ein Vorbild war für ihn sein ehemaliger Lehrer Frank Reimann, der das Spiel seines Schülers einmal so lobte: „Es erfordert ganz viel Fleiß, Disziplin und Entbehrung.“ Beim Hören komme es leicht und flockig daher. 

„Ich weiß nicht, ob ich ein Leben lang Berufsmusiker sein möchte“, sagt der Student, der neben der Musik viele Interessen wie Laufen, Backen und Kochen verfolgt. Mit seiner Freundin wohnt er in Hamburg-Bergedorf, nur einen Katzensprung von Lüneburg entfernt, wo er in der Vorweihnachtszeit oft im Theater spielte. 

Seine Leidenschaft gilt den Jazzern wie Nils Landgren und Keith Jarrett. Bei seinen Gigs mit Kollegen und seinem Bruder covert er Songs und spielt eigene Stücke. Nicht nur mit der Posaune, auch mit einem Euphonium, einem tiefen Blechblasinstrument. 

Ein Auslandssemester in der Dominikanischen Republik hat ihn für Salsa geöffnet. Hamburg mit seinen Jazz-Clubs ist für den talentierten Posaunisten genau das richtige Pflaster. „Hamburg ist attraktiv für viele Orchester, dazu gibt es bei den Musicals gute Jobs.“ Und begeistert ist er nach Auftritten mit der NDR Big Band von der Elbphilharmonie: „Das ist was Besonderes, das Gebäude ist krass“.