1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Großeinsatz der Feuerwehr: Messie-Wohnung in Berliner Hochhaus brennt - Kind gestorben

Großeinsatz der Feuerwehr Messie-Wohnung in Berliner Hochhaus brennt - Kind gestorben

Großeinsatz mit 170 Feuerwehrleuten bei einem Hochhausbrand in Berlin: Ein Kind stirbt, weitere Menschen werden schwer verletzt. Viele Bewohner müssen jetzt vorerst woanders unterkommen.

Von dpa Aktualisiert: 12.02.2026, 11:49
Am Tag danach ist die verrußte Fassade zu sehen.
Am Tag danach ist die verrußte Fassade zu sehen. Markus Lenhardt/dpa

Berlin - Nach einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Berliner Osten ist ein Kind gestorben – der Zustand eines weiteren schwer verletzten Kindes und einer Frau ist unklar. Alle drei wurden laut Feuerwehr bewusstlos im Hausflur der dritten Etage gefunden, wo auch die Brandwohnung war. Auf der Fahrt ins Krankenhaus wurden sie von Notärzten reanimiert. 20 Wohnungen in dem Komplex in Friedrichsfelde mit schätzungsweise mehr als 150 Wohnungen sind nun vorerst nicht bewohnbar, wie ein Sprecher sagte. 

Schwerverletzt wurde neben der Frau und dem Kind ein weiterer Mensch. 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sie holten unter Atemschutz 70 Menschen aus dem verrauchten Gebäude mit 20 Geschossen beziehungsweise brachten sie in Sicherheit. Insgesamt acht Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. 

Das Feuer war am Mittwochabend in einer Wohnung des Komplexes in der Dolgenseestraße im Bezirk Lichtenberg ausgebrochen. Es breitete sich rasant aus, da die Räume mit zahlreichen Gegenständen zugestellt waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelte es sich um eine sogenannte Messie-Wohnung; die große Unordnung erschwerte die Brandbekämpfung. Die Polizei ermittelt zur Ursache. 

Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Wohnung bereits komplett, im ganzen Gebäude breitete sich Rauch aus. Aus den Fenstern schlugen Flammen. Im Hausflur nahe der Brandwohnung entdeckten die Einsatzkräfte die zwei Kinder und die Frau bewusstlos und brachten sie ins Freie. 

Bewohner machten an Fenstern auf sich aufmerksam

Der Bewohner der Wohnung konnte sich laut Feuerwehr selbst nach draußen retten. Auch andere Bewohner des Hauses gelangten auf eigene Faust ins Freie, viele andere wählten den Notruf oder machten an den Fenstern auf sich aufmerksam. Sie wurden von Feuerwehrtrupps durch das Treppenhaus nach draußen gebracht. Insgesamt sammelten sich vor dem Haus so 70 Bewohner, wie der Sprecher mitteilte. 

Eine Mieterin aus dem 16. Stock, die anonym bleiben wollte, sagte am nächsten Morgen einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe das Feuer auch oben bei mir gerochen, der ganze Hausflur war voller Rauch.“ Die Feuerwehr sei vorbeigekommen und habe geraten, deswegen ein nasses Tuch an die Türritze zu legen. Sie habe aber über Nacht in ihrer Wohnung bleiben dürfen. 

Die Einsatzkräfte prüften etwa 60 Wohnungen. Einsturzgefährdet war das Haus nicht.

Bezirk bemüht sich um alternative Unterkünfte

Viele Bewohner mussten erst einmal anderweitig unterkommen. In manchen der unbewohnbaren Einheiten gebe es keinen Strom und kein Wasser, andere seien so verraucht, dass man dort nicht schlafen könne. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkam, konnte in einer nahegelegenen Turnhalle schlafen. Der Bezirk versucht, für die Zeit danach Wohnungen und Hotels zu organisieren, wie es hieß.

Auch eine Feuerwehreinheit für die Bewältigung eines Massenanfalls an Verletzten war demnach vor Ort. Für die Angehörigen der Verletzten wurde ein Team der psychosozialen Notfallversorgung alarmiert.

Erst am Dienstag brannte es in einem anderen Hochhaus

Erst am Dienstag hatte es in einem anderen Hochhaus in Lichtenberg gebrannt. Im Anschluss nahm die Polizei eine Bewohnerin und ihren Freund fest, es wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Anwohner hatten nach den Angaben am Dienstagnachmittag eine starke Rauchentwicklung in einer Wohnung in der 16. Etage des Hochhauses mit 21 Etagen in der Frankfurter Allee bemerkt.