Zoopark Nashörner ziehen um, Geparden trainieren: 2026 im Zoo Erfurt
Junge Geparden, Rote Pandas, ein Umzug mit Kolossen: Was Besucher im Zoo Erfurt dieses Jahr erwartet und mit welcher Strategie der Park mehr von ihnen locken will.

Erfurt - Mit Bauprojekten und neuen Angeboten setzt der Thüringer Zoopark Erfurt den 2025 begonnenen Modernisierungskurs fort. Nach 1,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr möchte der Zoo dieses Jahr etwa drei Millionen Euro dafür in die Hand nehmen, wie Direktor Jan Schleinitz sagte. Die Pläne bringen Veränderungen auch für Besucher, auch wegen neuer Baustellen.
Ein zentraler Punkt wird der Umzug der Nashörner in einen eigenen Bereich des neuen Elefantenhauses sein, verbunden mit einem Umbau der Nashornanlage. Diese soll tierfreundlicher, naturnaher und attraktiver für Besucher werden, so Schleinitz. Die Ausschreibungen dafür müssen aber noch erfolgen.
Katzenbären und Schleichkatzen
Zudem soll die neue Rote-Panda-Anlage vollständig fertiggestellt werden. Wann genau die zur Familie der Katzenbären gehörenden Tiere einziehen, steht bislang nicht genau fest. Zootierärztin Tina Risch hofft auf den Frühsommer. Risch zählt zwei Fossas – Schleichkatzen die in ihrer Heimat Madagaskar stark gefährdet sind – zu den schönsten tierischen Neuzugängen des Zoos im vergangenen Jahr. Die Geburt von vier Gepardenjungen im Sommer sei für sie eine „Herzensangelegenheit“ gewesen, so Risch.
Vier junge Geparden und ihre Mutter
Etwa ein Jahr lang werden die jungen Geparden nun noch in Erfurt bleiben, bevor sie in andere Zoos kommen. Die Raubkatzen erblickten innerhalb eines Erhaltungszuchtprogramms das Licht der Welt. Ihre Geburt gilt laut Zoo als wichtiger Beitrag zum Erhalt der stark gefährdeten Art. Das Ziel sei, dass bald ein männlicher Gepard in die sanierte alte Anlage der Tiere einziehe und das Zuchtprogramm mit der Mutter der vier Jungtiere so fortgesetzt werde.
Training gegen stressige Untersuchungen
Die neugierigen Tiere dürften auch in diesem Jahr die Besucher entzücken. Wie agil sie sind, zeigen die Katzen etwa beim sogenannten medizinischen Training: Die Geparden folgen dabei einem Führstab der zuständigen Tierpflegerin Susanne Meyer und springen so etwa selbstständig auf Waagen zur Gewichtskontrolle. Auch können sie im Rahmen des Trainings untersucht oder geimpft werden. Das bereite den Tieren weniger Stress als wenn sie zuerst für Untersuchungen eingefangen werden müssten, so Meyer.
Weniger Besucher, mehr Ambitionen
Rund 290.500 Gäste zählte der Zoopark im vergangenen Jahr, im Vorjahr waren es rund 306.200 gewesen. Den Rückgang führt Direktor Schleinitz unter anderem auf die Bauarbeiten 2025 zurück, wegen derer auch einer der barriereärmeren Wege durch das weitläufige Gelände gesperrt werden musste.
Ziel sei, die Besucherzahlen zu steigern, vor allem auch, um mehr Einnahmen durch Ticketverkäufe zu generieren, sagte Schleinitz. Dafür müssten aber die Voraussetzungen geschaffen werden, weshalb zunächst weitere Investitionen erfolgen sollen, um neben den Tiererlebnissen etwa Wege komfortabler zu gestalten, Unterstellmöglichkeiten und attraktive Gastronomie zu schaffen.
Stabile Ticketpreise
Ticketpreise sollen in diesem und anders als im vergangenen Jahr jedoch nicht steigen, betonte Schleinitz. Regulär kostet der Eintritt für Erwachsene aktuell 17 und für Kinder 9,50 Euro. Ermäßigungen und Rabatte sind etwa für Familien und Gruppen möglich. Jahreskarten sind für Erwachsene für 45 und für Kinder mit 20 Euro zu haben. Auch hier gibt es einer Reihe an Ermäßigungen.