Topf & Söhne Neugestaltete Ausstellung zu den Ofenbauern von Auschwitz
Welche Rolle spielten die Erfurter Ofenbauer im Holocaust? Die überarbeitete Ausstellung am Erinnerungsort Topf & Söhne widmet sich dieser Frage. Dabei kommen nun auch Auschwitzüberlebende zu Wort.

Erfurt - Nach mehrmonatiger Schließung steht der Erinnerungsort Topf & Söhne mit überarbeiteter Ausstellung in Erfurt wieder für Besucher offen. Die Schau „Techniker der Endlösung“ wurde den Angaben zufolge nach neuen Forschungserkenntnissen aktualisiert und unter anderem um eine Videoinstallation mit Berichten von acht Auschwitzüberlebenden erweitert.
Am Erinnerungsort Topf & Söhne wird die Geschichte der gleichnamigen Erfurter Firma und ihrer Mitarbeiter erzählt, die im Nationalsozialismus unter anderem die Verbrennungsöfen für das Vernichtungslager Auschwitz bauten. 1942 reichte die Firma einen Patentantrag für einen „kontinuierlich arbeitenden Leichenverbrennungsofen für Massenbetrieb“ ein – und ermöglichte damit den Nazis technisch den Massenmord.
Dokumente sollen sensibilisieren
Schlüsseldokumente und Zeugnisse in der Ausstellung belegten, wohin fehlende Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns und Ignoranz führen könnten, hieß es. Bei der Neugestaltung seien unter anderem die meisten der Texte überarbeitet worden, welche die gezeigten historischen Dokumente erklären. Den Erinnerungsort - der vor 15 Jahren auf dem ehemaligen Firmengelände der Ofenbauer von Auschwitz errichtet wurde - besuchen viele Schulklassen.